82 Prozent Eigenkapitalquote
FC Bayern weist Verluste auf

Jahreshauptversammlungen des FC Bayern München haben selten brisantes Zahlenmaterial zu Tage gefördert. Die diesjährige Bilanz beim Fußball-Rekordmeister ist allerdings verlustreich.

HB BERLIN. Die Bilanz bei Fußball-Bundesligist FC Bayern München weist für das diesjährige Geschäftsjahr Verlustzahlen auf. Trotz eines Gewinns für die vergangene Saison 2003/04 von 2,8 Millionen Euro nach Steuern musste die FC Bayern München AG im dritten Jahr ihres Bestehens zum 30. Juni 2004 einen Verlust von 3,4 Millionen Euro ausweisen. Der Grund: Für die Jahre 1997 bis 2001 verlangt das Finanzamt eine Nachzahlung von 6,25 Millionen Euro, die zwingend in der aktuellen Bilanz zu erscheinen hat.

Der Renommierklub hat allerdings Widerspruch eingelegt und ist guter Dinge, zur Not durch eine Klage vor dem Finanzgericht Recht zu bekommen. Der Ärger mit den Steuerprüfern konnte Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge jedoch am Freitag auf der Jahreshauptversammlung des Stammvereins nicht von seiner optimistischen Zustandsbeschreibung abhalten. «Der FC Bayern ist ein pumperlg'sunder Klub. Wir haben die Zahlen positiv im Griff gehalten», sagte der AG-Chef.

Dies sei umso höher zu bewerten, als der sportliche Erfolg in der vergangenen Saison ohne Titel sehr zu wünschen übrig ließ. In der Tat steigerte die AG ihren Umsatz um 2,2 Prozent auf 166,3 Millionen Euro, zahlte darauf Steuern von 60,7 Millionen Euro und erzielte ein operatives Ergebnis von 22,9 Millionen Euro. «Wir sind zum zwölften Mal in Folge operativ profitabel», betonte Rummenigge vor den Mitgliedern des Vereins am Münchener Nockherberg, der Klub stehe damit «im europäischen und nationalen Vergleich» sehr gut da.

Die Zahlen bestätigen dies. Die FC Bayern AG hatte am 30. Juni trotz der Ausgaben für die Transfers vor der vergangenen Saison etwa für Torjäger Roy Makaay (18,75 Millionen Euro) oder Martin Demichelis (4,5) immerhin 26,9 Millionen Euro «flüssig» (freie Liquidität) und 100,5 Millionen Euro Erspartes. Das Eigenkapital beträgt beachtliche 150,5 Millionen Euro (81,8 Prozent). Das Wort Bankschulden kennt der Klub, der im Jahr 2002/03 nur einen Gewinn von 100.000 Euro nach Steuern erwirtschaftet hatte, nach wie vor nicht.

Und trotz der negativen Entwicklung vor allem in den Bereichen Merchandising und TV-Rechte (zehn Millionen weniger im Vergleich zu 2002/03) ist Rummenigge durchaus guter Dinge: «Wir sind auch zuversichtlich, was die laufende Saison angeht.» Die Einnahmen aus Sponsoring und Stadionvermarktung hat der Klub bereits auf 35 Prozent gesteigert, zugleich die «allgemeinen Kosten», also etwa für die Spieler, von 39 auf 32 Millionen Euro zurückgefahren.

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