85 Zweigstellen sollen aufgegeben werden
Bankenaufsicht genehmigt Großfusion in Frankreich

Die französische Bankenaufsicht hat die geplante Fusion der beiden Großbanken Crédit Agricole mit Crédit Lyonnais für 19,5 Milliarden Euro unter Auflagen genehmigt.

Reuters PARIS. Bedingung der Genehmigung sei, dass die Banken 85 Zweigstellen abgeben und die Expansion in 32 Gebieten einfrieren, teilte CECEI in Paris mit. Die Übernahme muss noch von der Finanzmarkt-Aufsicht COB genehmigt werden. Lyonnais schloss einem internen Schreiben zufolge aber nicht aus, dass sie gegen die Auflagen Protest einlegt. Vorstandschef Dominique Ferrero wird in einem Schreiben mit den Worten zitiert, die Bank behalte sich eine Anfechtung der Auflagen vor.

Die fusionierte Bank würde zu den zehn größten Geldinstituten Europas gehören. In Frankreich wäre sie die größte Bank und würde mehr als 25 Prozent des Privatkundengeschäfts kontrollieren. Agricole hat in Frankreich ihre Marktstärke vor allem in den ländlichen Gebieten und kann durch die Fusion von der Präsenz der Lyonnais in den Ballungsräumen profitieren.

Beide Institute hatten lange über eine Fusion verhandelt. Die Gespräche brachen im Sommer des vergangenen Jahres ab. Sie wurden aber wieder aufgenommen, nachdem die Bank BNP Paribas aggressiv versuchte, die Lyonnais zu übernehmen.

Die Genehmigung war an der Börse erwartet worden. Die Kurse beider Institute stiegen wie die anderer Bankentitel am Freitag in einer insgesamt positiven Marktumfeld. Agricole-Aktien legten bis zum Mittag rund fünf Prozent auf 13,85 Euro zu, Lyonnais stiegen um 1,6 Prozent auf 53,45. Analysten gingen davon aus, dass mit der Genehmigung eine Übernahme der Lyonnais durch die BNP kaum noch zu erwarten ist. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass BNP weder die Mittel noch das Interesse hat, ein Gegenangebot für Lyonnais zu unterbreiten", schrieb Sabrina Blanc von CIC Securities. Ein anderer Analyst schloss ein Gegenangebot der BNP jedoch nicht völlig aus.

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