90 Millionen Euro Einsparungen: Hypo-Vereinsbank streicht weitere 1000 Stellen

90 Millionen Euro Einsparungen
Hypo-Vereinsbank streicht weitere 1000 Stellen

Die in die Verlustzone geratene HypoVereinsbank (HVB) will nach Angaben aus Mitarbeiterkreisen in diesem Jahr weitere 1000 Stellen im Konzern streichen.

Reuters FRANKFURT. Dies solle rund 90 Millionen Euro an Einsparungen bringen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen. Außerdem hieß es, 2003 werde es für die Mitarbeiter von Deutschlands zweitgrößtem Kreditinstitut möglicherweise keine Bonus-Zahlungen geben. Die HVB in München wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

2002 hatte die Bank angesichts der weltweiten Krise an den Finanzmärkten sowie einer Risikovorsorge für gefährdete Kredite in Milliardenhöhe erstmals einen Konzernverlust verzeichnet - in Höhe von 858 Millionen Euro. Die Risikovorsorge belief sich dabei auf 3,79 Milliarden Euro. Auf Grund der schwierigen Geschäftssituation hatte die HVB schon angekündigt, bis Ende des Jahres 2004 rund 9100 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Derzeit zählt das Geldhaus rund 66 000 Beschäftigte.

Der erst seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Dieter Rampl sieht nach eigener Einschätzung aber bereits Licht am Ende des Tunnels. So kündigte er in einem Zeitungsinterview an, dass die HVB voraussichtlich schon dieses Jahr wieder ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen werde. "Bis Ende 2003 werden wir die schwarze Null erreichen", sagte Rampl. Diese Kalkulation beruhe auf einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von einem Prozent, hieß es. Die Risikovorsorge solle zudem 2003 auf drei Milliarden Euro zurückgehen.

Analysten sagten Reuters am Dienstag, das Ziel einer schwarzen Null im Jahr 2003 sei erreichbar. Fortschritte bei der Reduzierung der Kosten und eine Verbesserung der in einigen Bereichen des operativen Geschäfts ließen den Turn-around selbst bei einer erneuten Risikovorsorge in Milliardenhöhe möglich erscheinen. Ein deutlicher Sprung in die Gewinnzone sei aber weder für das laufende Jahr noch für 2004 zu erwarten. "Sie werden 2003 die Kapitalkosten nicht verdienen", sagte ein Analyst einer Investmentbank, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Insgesamt mache die HVB weiter Fortschritte auf der Kostenseite, sagte Andreas Pläsier von der Berenberg Bank. Im operativen Geschäft erwarte er bei Provisions- und Handelsergebnis 2003 eine Verbesserung. So laufe beispielsweise das Anleihengeschäft der HVB gut, so dass auf diesem Gebiet feste Erträge einzukalkulieren seien. "Die von Rampl angekündigte Risikovorsorge von drei Milliarden Euro halte ich noch für zu optimistisch" gab Pläsier allerdings zu bedenken. Sein Haus gehe von 3,3 Milliarden Euro aus, wobei es dabei aber einen Puffer gebe, sagte der Analyst.

Der derzeit breit aufgestellte Münchener Konzern soll zu einer Bank für Privat- und Firmenkunden in Europa umgebaut werden. Außerdem will die HVB Beteiligungen abbauen und ihr Kreditbuch deutlich zurückführen. Die Risikoaktiva sollen in diesem Jahr um rund 100 Milliarden Euro sinken. 57 Milliarden Euro der Risiko-Aktiva sollen dabei durch die Abspaltung der gewerblichen Immobilienfinanzierung aus den Büchern genommen werden, 45 Milliarden Euro durch Schritte wie den Verkauf von Beteiligungen oder die Verbriefung von Forderungen. Der Kurs der HVB-Aktie gab am Dienstagnachmittag um 2,66 Prozent auf 9,87 Euro nach. Der Deutsche Aktienindex verlor zur gleichen Zeit knapp 3,5 Prozent auf 2482 Zähler.

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