90 Verletzte
49 Tote nach Gefängnis-Brand in Marokko

Bei dem bislang schwersten Gefängnis-Brand in der Geschichte Marokkos sind am Freitag in der Küstenstadt El Jadida im Westen des Landes 49 Häftlinge getötet und 89 verletzt worden. Acht der Opfer lägen im Koma, teilten die Behörden mit.

HB/dpa RABAT. Der Zustand von sechs Verletzten sei kritisch. Das Feuer war in der Nacht vermutlich wegen eines Kurzschlusses in einem der Flügel des Sidi-Moussa- Gefängnisses ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet.

Die meisten Opfer seien infolge der starken Rauchentwicklung erstickt, die übrigen in der Panik von anderen Insassen zu Tode getrampelt worden. Die 1994 für 1 000 Häftlinge erbaute Vollzugsanstalt war mit 1 313 Gefangenen überbelegt. Das Feuer habe nach etwa zwei Stunden gelöscht werden können.

König Mohammed VI. ordnete eine Untersuchung an. Der 39-jährige Monarch wies das Justiz- und das Innenministerium an, die genaue Ursache zu klären, wie die amtliche Nachrichtenagentur MAP meldete. Zugleich sprach er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Der designierte Ministerpräsident des nordafrikanischen Landes Driss Jettou und sein Vorgänger Abderrahmane Youssoufi besuchten den Unglücksort.

Erst im August waren bei einem anderen Gefängnis-Brand in Suk Larbaa im Norden des Landes zwei Häftlinge getötet und 20 verletzt worden. Ursache war ein Kurzschluss gewesen. El Jadida ("Die Neue") liegt an der Atlantikküste rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Rabat. Die wichtige Hafenstadt mit seinen rund 80 000 Einwohnern war Ende des 15. Jahrhunderts von den Portugiesen gegründet worden.

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