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9 000 Autofahrer in Spanien im Schneechaos

Mehr als 9 000 Autofahrer haben im Schneechaos in Nordspanien mit ihren Fahrzeugen auf blockierten Straßen festgesessen. Die Behörden riefen das Militär zu Hilfe.

dpa MADRID/VENEDIG. Mehr als 9 000 Autofahrer haben im Schneechaos in Nordspanien mit ihren Fahrzeugen auf blockierten Straßen festgesessen. Die Behörden riefen das Militär zu Hilfe. Soldaten und Polizisten bargen die Betroffenen aus ihren Autos und brachten sie in der Nacht zum Montag in Sporthallen, Schulen und Gemeindezentren unter.

Die Schneestürme flauten später ab, so dass die Autofahrer ihre Reisen fortsetzen konnten. Auch Südfrankreich und Italien wurden von Schnee, Eis und viel Regen heimgesucht. In Venedig herrschte Hochwasser. In Spanien waren auch am Montag noch mehr als 300 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.

Am schlimmsten war die Gegend um die Städte Burgos, León und Palencia betroffen. 48 Bergpässe waren unpassierbar, 51 Landstraßen waren nur mit Schneeketten zu befahren. Mehrere Nebenstrecken der Bahn wurden gesperrt. Fernzüge hatten mehrere Stunden Verspätung. 13 Flüge wurden gestrichen. Die Polizei und die Rettungsdienste warfen den Autofahrern vor, die seit Tagen ausgegebenen Warnungen in den Wind geschlagen zu haben.

70 Prozent der Fahrer, die im Schnee feststeckten, seien ohne Schneeketten unterwegs gewesen, sagte eine Beamtin. "Dies war angesichts der Wetterlage in hohem Maße verantwortungslos."

Demgegenüber warfen Autofahrer den Behörden Untätigkeit vor. "Ich habe nicht einen Schneeräumer gesehen", berichtete ein Mann. Eine Frau beklagte sich: "Es ist unglaublich, dass bei einer solch kleinen Menge an Schnee die Straßen nicht freigehalten werden können." Die Opposition warf der Regierung vor, nicht genügend Mittel für den Kampf gegen den Schnee mobilisiert zu haben.

Auch in Südfrankreich mussten Autobahnen wegen Schneeglätte teilweise gesperrt werden. Aus den nordafrikanischen Ländern Marokko, Algerien und Tunesien wurden ungewöhnlich starke Schneefälle gemeldet.

Italien war ebenfalls von Unwettern betroffen. Nach tagelangem Regen herrschte schweres Hochwasser in Venedig. Bei einem Wasserstand von 1,28 Metern über normal bedrohten die Fluten am Montag sogar Teile der schmalen Fußgängerstege, auf denen sonst Touristen zu den Sehenswürdigkeiten balancieren. Weite Teile der Lagunenstadt meldeten "acqua alta" (Hochwasser), berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Mehr als 60 Prozent der Einwohner seien betroffen.

In der Region von Neapel rechnete der Katastrophenschutz mit Erdrutschen und brachte 2 500 Menschen in Sicherheit. Wegen eines Sturms musste der Hafen von Neapel geschlossen werden.

In Teilen der österreichischen Alpen herrschte große Lawinengefahr. Nach Angaben des Warndienstes war vor allem in den südlichen Osttiroler Dolomiten oberhalb von 2000 Metern mit Selbstauslösungen auch großer Lawinen zu rechnen. Auch in den übrigen Teilen Tirols herrsche derzeit erhebliche Lawinengefahr.

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