93 % der deutschen Beschäftigten surfen privat am Arbeitsplatz
Surfen am Arbeitsplatz kann zur fristlosen Kündigung führen

Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Hannover war die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters rechtens, der während der Arbeitszeit Dateien mit pornografischem Inhalt auf den betrieblichen PC aus dem Internet heruntergeladen hatte.

dpa HANNOVER. Nach Ansicht der Richter war die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters rechtens, der während der Arbeitszeit Dateien mit pornografischem Inhalt auf den betrieblichen PC aus dem Internet heruntergeladen hatte. Darüber hinaus hatte er eine anzügliche Homepage von seinem Dienst-PC aus in das World Wide Web gestellt. Das private Surfen war ihm vom Arbeitgeber in einer Betriebsvereinbarung untersagt worden (Aktenzeichen: 1 Ca 504/00B).

"Es kommt auf die Art und Weise und den Umfang der Internet- Nutzung an", sagte Rechtsanwalt Stefan Kramer, der den Arbeitgeber vertrat, am Freitag in Hannover. Auch die Regelungen des Arbeitgebers spielten eine Rolle. In einem anderen Fall hatte das Arbeitsgericht in Wesel eine Kündigung abgelehnt. In der Begründung hieß es, Arbeitgeber müssten ein ausdrückliches Verbot aussprechen und einen Verstoß dagegen zunächst mit einer Abmahnung rügen. Andernfalls könnten die Arbeitnehmer sogar von einer Duldung der privaten Internet-Nutzung ausgehen (Aktenzeichen: 5 Ca 4021/00).

Nach einer Online-Umfrage surfen 93 % der deutschen Beschäftigten privat am Arbeitsplatz, 48 % davon bis zu 50 Minuten wöchentlich. "Die Arbeitsgerichte haben sich bisher mit der Frage der Zulässigkeit des privaten Surfens am Arbeitsplatz nur vereinzelt beschäftigt", sagte Kramer.

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