Archiv
Aachen bestraft sich beim „Ball paradox“ selbst

Es war Fußball paradox in Reinkultur. Mit Mann und Maus bestürmten die Profis des Zweitligisten Alemannia Aachen 90 Minuten lang das Tor von Zenit St. Petersburg, doch statt eines möglichen Kantersieges stand am Ende eines dramatischen Uefa-Pokal-Abends ein 2:2 (1:1).

dpa KÖLN. Es war Fußball paradox in Reinkultur. Mit Mann und Maus bestürmten die Profis des Zweitligisten Alemannia Aachen 90 Minuten lang das Tor von Zenit St. Petersburg, doch statt eines möglichen Kantersieges stand am Ende eines dramatischen Uefa-Pokal-Abends ein 2:2 (1:1).

Den ersehnten historischen Erfolg zum ersten Einzug eines unterklassigen deutschen Clubs in die 3. Runde muss der DFB-Pokalfinalist auf das "Endspiel" am 15. Dezember bei AEK Athen verschieben. Um die Runde der besten 32 zu erreichen, muss Aachen gewinnen.

"Wer heute Kritik übt, der ist falsch. Die Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht, ist aber nicht belohnt worden", stellte sich Trainer Dieter Hecking schützend vor sein Spaßfußball-Team. Im Überschwang der Euphorie vor 25 300 Zuschauern im Ausweichquartier des Kölner Rheinenergiestadions machten die Alemannen lediglich eines falsch: nicht noch mehr Tore zu erzielen. Nur zwei gab es durch den überragenden Erik Meijer (25.) zum 1:0 und Stefan Blanks Foulelfmeter (90.). Die Russen stellten durch Wladislaw Radimow (38./Foulelfmeter) und Alexander Gorschkow (76.) die Partie völlig auf den Kopf.

9:4 lautete am Ende das Verhältnis der Torchancen, doch der Zweitliga-Vierte brachte sich selbst um den Lohn begeisternden Offensivfußballs. Vorwürfe: keine. "Jetzt fahren wir nach Athen und machen es dort klar", richtete Sportdirektor Jörg Schmadtke den Blick voraus. Auch Hecking und seine Spieler wollen sich beim punktlosen Gruppenletzten aus Griechenland nicht verstecken: "Wir werden dort auf Sieg spielen", kündigte der Aachener Chefcoach an.

Der 40-Jährige bescheinigte seinem Team eine exzellente Leistung: "Das war großer Sport, den Alemannia Aachen hier geboten hat." Dennoch war Hecking sauer: Auf den unsicheren Schiedsrichter Sorin Corpodean. Der Rumäne bestrafte einen Bodycheck von Igor Denisow an Sergio Pinto (45.) lediglich mit Gelb. "Das war eine klare Tätlichkeit, die der Linienrichter auch anzeigt. Da hätte die Rote Karte kommen müssen", erboste sich Hecking.

Zudem sei dem nach Heckings Ansicht völlig berechtigten Elfmeter zum 1:1 der Russen ein Mittelfeld-Foul an Dennis Brinkmann vorausgegangen, das der Referee nicht ahndete. "Davor haben wir den russischen Tabellenvierten an die Wand gespielt. Die haben in der Halbzeitpause die Kabine gar nicht gefunden", analysierte Schmadtke. Die Gelb-Rote Karte gegen Pinto (90./+1) wegen wiederholten Foulspiels akzeptierte Chefcoach Hecking vorbehaltlos: "Da muss er sich einfach im Griff haben. Aber das ist eine Jugendsünde."

Auch ohne Außenstürmer Pinto "wollen wir jetzt alles geben in Athen. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit", schaute Hecking auf das "Endspiel". Die Aachener Torschützen sind vom Weiterkommen überzeugt. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Jetzt wollen wir im Uefa-Cup überwintern und werden uns in Athen voll ins Zeug legen", nahm sich Blank vor. Meijer ging noch einen Schritt weiter: "Hut ab, wie wir heute gespielt haben. Und in Griechenland habe ich noch nie verloren - aber ich habe auch noch nie in Griechenland gespielt."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%