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Aachen krönt „sensationelles Jahr“

Für Sportdirektor Jörg Schmadtke war es „die Krönung eines sensationellen Jahres“, für Trainer Dieter Hecking war einfach „alles wunderbar“. Mit dem 2:0 (0:0) bei AEK Athen schrieben die Profis von Alemannia Aachen ein weiteres Kapitel ihrer Europacup-Erfolgsgeschichte.

dpa ATHEN. Für Sportdirektor Jörg Schmadtke war es "die Krönung eines sensationellen Jahres", für Trainer Dieter Hecking war einfach "alles wunderbar". Mit dem 2:0 (0:0) bei AEK Athen schrieben die Profis von Alemannia Aachen ein weiteres Kapitel ihrer Europacup-Erfolgsgeschichte.

Aber noch in der Stunde des Triumphs, als erster Zweitligist die dritte Runde des Uefa-Pokals erreicht zu haben, riefen Schmadtke und Hecking im Duett alle zur Räson: "Der Uefa-Pokal ist nur eine Zugabe, Saisonziel ist und bleibt der Bundesliga-Aufstieg."

Doch irgendwann im Lauf der langen Nacht, in der beim Festbankett aus Athen "Klein-Aachen" (Hecking) wurde, ging es auch dem Chefcoach und seinem Vorgesetzten auf: Der Zweitligist hatte mit den Toren von Erik Meijer (57.) und des eingewechselten Daniel Gomez (84.) vor nur 5 000 Zuschauern für "eine mittelgroße Sensation gesorgt. Jetzt wollen wir richtig angreifen", entfuhr es Schmadtke.

Für Mannschaftskapitän Meijer war der Sieg im "Endspiel" um den dritten Gruppenplatz fast eine Selbstverständlichkeit: "Ich habe nur geträumt, dass wir weiter kommen. Aber wir haben auch alle daran geglaubt", sagte der 35 Jahre alte Niederländer. Für die Runde der besten 32 Teams (16./17. und 24. Februar), die in Nyon/Schweiz ausgelost wird, wünscht sich Meijer als früherer Spieler des FC Liverpool einen Konkurrenten aus England: "Ich will auf jeden Fall auf die Insel." Torhüter Stephan Straub, der gegen Athen mit glänzenden Leistungen den Erfolg erst ermöglichte, ist der nächste Gegner einerlei: "Egal. Wichtig ist, dass wir weiter gekommen sind."

Damit, sagte Dauerläufer Willi Landgraf, habe sich die Alemannia "unsterblich" gemacht. Es sei einfach phänomenal, was seit dem verpassten Erstliga-Aufstieg, dem verlorenen DFB-Pokalfinale und dem Trainerwechsel von Jörg Berger zu Hecking am Tivoli abgegangen sei. "Das ist kaum in Worte zu fassen", sagte Clubchef Horst Heinrichs.

Mit mutiger Offensive und mannschaftlicher Geschlossenheit zeigten die Profis bei ihrer Europacup-Premiere teilweise herzerfrischenden Fußball. Höchst willkommener Nebeneffekt der Erfolge: Der Club, der im März 2002 bei 2,81 Mill. Euro Verbindlichkeiten vor dem Aus stand, ist längst entschuldet und könnte mit weiteren Millionen-Einnahmen zu einem der solventesten Zweitligisten werden.

Doch das war in Athen erst einmal nebensächlich. Stattdessen frönen die Aachener Profis dem Gemeinschaftssinn und verbringen im familiären Kreis, zusammen mit Frauen oder Freundinnen, noch einen zweitägigen Kurzurlaub in der griechischen Hauptstadt. Am 2. Januar 2005 wird es dann wieder ernst. Dann bittet Hecking im 105. Jahr des Vereins-Bestehens zum ersten Training. Schließlich sollen 35 Jahre Unterklassigkeit spätestens am 22. Mai vergessen sein.

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