Aachen will WM 2006
Reitsport-Wimbledon lockt mit Superlativen

Superlative sind für Aachen normal. Das höchste Preisgeld weltweit, das beste Starterfeld, die meisten Zuschauer - all das ist für das wichtigste und bedeutendste Reitturnier der Welt jährlich wiederkehrender Alltag. Und doch ist in diesem Jahr einiges anders.

dpa AACHEN. Die Veranstalter des am Dienstag beginnenden CHIO in Aachen sind ein bisschen nervöser als sonst. Denn es geht dieses Mal um mehr als nur um das sechstägige "Wimbledon des Reitsports": Aachen will in vier Jahren die Weltreiterspiele ausrichten, die Weltmeisterschaften in sieben Reitsport-Disziplinen

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Nach der Eröffnungsfeier am Dienstag sollen die Bewerbungsunterlagen offiziell an die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) übergeben werden. "Die Veranstaltung dieses Jahr steht natürlich unter einem besonderen Stern", sagt Geschäftsführer Michael Mronz, "das Turnier ist unsere Visitenkarte." Und die sieht mit erwarteten 300 000 Zuschauern und Nationenpreisen in drei Disziplinen (Springen, Dressur und Fahren) tadellos aus.

"Organisatorisch erwarten wir keine Probleme, denn Aachen hat in den vergangenen Jahren sehr viel Erfahrungen gesammelt", darf Mronz' Kollege Frank Kempermann selbstbewusst zur WM-Bewerbung sagen. Und Mronz fügt an: "Wir sind schon jetzt auf einem Niveau, wo andere Veranstalter der Weltreiterspiele hin wollen." Gegen Aachen spricht allein die Tatsache, dass bisher alle Weltreiterspiele in Europa stattfanden und der einzige Konkurrent mit Lexington/Kentucky aus den USA kommt.

Hinter den Kulissen arbeitet der Aachen Laurensberger Rennverein schon länger an der WM-Bewerbung. Bei der FEI-Generalversammlung im April betätigten sich Kempermann und Mronz als Lobbyisten und präsentierten ihr Konzept. Diesmal sollen die Entscheidungsträger vor Ort überzeugt werden. Eine "spezielle Behandlung" soll es laut Mronz aber nicht geben: "Wir wollen mit der Veranstaltung selber überzeugen, nicht mit einer besonderen Betreuung."

In die Infrastruktur ist schon investiert worden. Für drei Millionen Euro ist eine der beiden Haupttribünen mit 12 000 Plätzen neu gebaut worden. Weitere Neu- und Umbauten sind geplant, auch wenn Aachen nicht den Zuschlag bekommen sollte.

Sportlich hat das CHIO in den drei Disziplinen schon jetzt WM- Niveau. Die Weltelite ist komplett vertreten. Neben der Tradition und dem besonderen Flair lockt das Preisgeld von 1,346 Millionen Euro, das in diesem Jahr - natürlich - wieder eine Rekordmarke darstellt. Wobei die deutschen Reiter in Aachen ebenfalls ihre WM-Bewerbung abgeben: Das CHIO ist zugleich erste Sichtung für Jerez de la Frontera, wo vom 11. bis 22. September die Weltreiterspiele 2002 stattfinden.

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