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Aachener Friedenspreis an Eren Keskin

Die türkische Menschenrechtlerin Eren Keskin und die Petersburger Soldatenmütter (Russland) sind am Mittwoch mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden. Damit wurde deren couragierter und gewaltloser Einsatz für Frieden und Menschenrechte gewürdigt.

dpa AACHEN. Die türkische Menschenrechtlerin Eren Keskin und die Petersburger Soldatenmütter (Russland) sind am Mittwoch mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden. Damit wurde deren couragierter und gewaltloser Einsatz für Frieden und Menschenrechte gewürdigt.

Der mit insgesamt 2000 ? dotierte Preis wird jährlich zum Antikriegstag am 1. September in Aachen verliehen. "Der Aachener Friedenspreis zeichnet in diesem Jahr Frauen aus, die die Erreichung und Sicherung des Friedens in ihren Ländern beispielhaft vorantreiben", sagte der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Otmar Steinbicker. Die Ehrung geht an Menschen und Organisationen, die sich "von unten" für Frieden und Verständigung einsetzen.

Keskin, Vize-Vorsitzende des türkischen Menschenrechtsvereins, erhielt den Preis für ihren mutigen Einsatz für die Menschenrechte. Sie engagiert sich für die Rechte von Kurden. 1997 gründete sie vor allem für kurdische Frauen, die von Sicherheitskräften missbraucht wurden, ein Rechtshilfe-Projekt. Ihre Arbeit brachte der 45-Jährigen vorübergehend ein Berufsverbot und viele Morddrohungen ein. "Erin Keskin hat sich nicht brechen lassen", sagte Steinbicker.

Vor dem Festakt hatte Keskin die türkische Regierung scharf kritisiert. "Nach außen hin ist die Türkei ein demokratisches Land. Innen ist sie eine Militärmacht", sagte sie und verwies auf Angriffe staatlicher Sicherheitskräfte auf Menschenrechtler.

Die Petersburger Soldatenmütter erhielten den Friedenspreis für ihre Arbeit zum Schutz von russischen Wehrpflichtigen. "Wir bewundern die Zivilcourage und die Zähigkeit, mit denen die Petersburger Soldatenmütter für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung streiten", sagte Steinbicker. Seit der Gründung 1991 halfen sie rund 100 000 Wehrpflichtigen, ihren Militärdienst nicht antreten zu müssen, in dem viele junge Soldaten Opfer von Misshandlungen würden.

"Wir sehen diesen Preis als ein wichtiges Signal für unsere Arbeit", sagte die Vorsitzende Ella Polyakowa. Sie sprach sich für ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen in Tschetschenien aus.

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