Aachens Trainer "spionierte"
Gladbach verliert nach Eigentor

Zwei Minuten vor Schluss passierte es: Pechvogel Sladan Asanin lieferte durch ein Eigentor dem VfL Bochum einen überaus glücklichen 1:0-Sieg. Damit gerät Borussia Mönchengladbach noch tiefer in den Abstiegstrudel.

HB BOCHUM. Asanin lenkte am Sonntag in der 88. Minute einen Freistoß ins eigene Tor und vermasselte Mönchengladbach nach einer couragierten Vorstellung im ausverkauften Ruhrstadion die Generalprobe für das Pokal-Halbfinale bei Alemannia Aachen am Mittwoch. Bochum verdrängte mit dem Dusel-Sieg Bayer Leverkusen wieder von Platz vier und wahrte seine makellose Heimbilanz. Die letzte Niederlage der Bochumer im Ruhrstadion datiert vom 15. März 2003 gegen Bayern München.

Die so heimstarken Bochumer konnten gegen Gladbach in Bestbesetzung antreten, taten sich vor der Pause aber schwer. Nach flottem Beginn mit Chancen durch Vahid Hashemian (11.) und Miroslav Stevic per Freistoß (15.) hatte die Mannschaft von Trainer Peter Neururer ihr Pulver verschossen. Gladbach stand sicher in der Abwehr und kam, angetrieben vom neu formierten Sturm-Duo Arie van Lent und Joris van Hout, zu immer besseren Chancen.

Van Lent sprintete in der 22. Minute in einen verunglückten Rückpass des jungen VfL-Verteidigers Philipp Bönig. Der folgende Pressschlag mit Bochums Torwart Rein van Duijnhoven landete auf dem Tornetz. Dann zielte der frei stehende Bradley Carnell überhastet aus 16 Metern über das Tor (36.). Vor der Pause gab es Gäste-Möglichkeiten sogar im Minutentakt: Ein Freistoß von Bernd Korzynietz flog knapp über das Tor (40.), Igor Demo, der später mit Verdacht auf einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk ausschied, vergab in aussichtsreicher Position (41.) ebenso wie Jeff Strasser bei seinem Kopfball nach einer Ecke (42.).

Aachens Trainer Jörg Berger, der vor dem Pokal-Halbfinale am Mittwoch in Bochum "spionierte", war angesichts der Überlegenheit der "Fohlen" voll des Lobes: "Ich habe Gladbach vorher schon zwei Mal beobachtet. Aber so gut wie heute in der ersten Halbzeit habe ich sie noch nicht gesehen. Es müsste schon 2:0 für die Borussia stehen", sagte der Alemannia-Coach in der Pause.

Den Bochumern fehlte die ordnende Hand im Mittelfeld, Dariusz Wosz war in seinem 200. Bundesligaspiel für den VfL mit dieser Ausgabe überfordert. Bemerkenswert, wie Hashemian trotz seines Nasenbeinbruchs in die Zweikämpfe ging. Der Iraner, der erstmals nach der "Kopfstoß-Affäre" mit seinem inzwischen suspendierten Mitspieler Sunday Oliseh wieder spielte, trug zum Schutz der lädierten Nase eine Gesichtsmaske. Doch er schonte sich nicht, flog auch in der 59. Minute in einen Kopfball nach einer Ecke, verfehlte jedoch wie Paul Freier das Gäste-Tor. Danach verflachte die Partie bis zum Missgeschick von Asanin kurz vor Schluss.

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