Ab 2002 nur noch ein Transport nach Gorleben im Jahr
Bund und Niedersachsen nähern sich in Atompolitik an

Der Bund und das Land Niedersachsen sind sich über weitere Atommülltransporte in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben einig.

ap KÖLN. Bei einem Gespräch mit Ministerpräsident Sigmar Gabriel in Hannover sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin zu, dass ab kommendem Jahr nur noch ein Castor-Transport im Jahr nach Gorleben rollen soll. Im ARD-Morgenmagazin erklärte der Grünen-Politiker am Freitag, dafür seien im Bahnhof Dannenberg jetzt die Voraussetzungen gegeben, weil statt sechs nun zwölf Castoren auf einmal verladen werden können.

In diesem Jahr wird aber voraussichtlich noch ein weiterer Castor-Transport mit Brennelementen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das niedersächsische Zwischenlager gebracht. Trittin sagte, dafür liege ein Antrag vor, der bislang noch nicht genehmigt sei. Das Land müsse noch dazu Stellung nehmen. Konkret müsse Niedersachsen erklären, ob es öffentliche Interessen gebe, die dem Transport entgegenstünden. Der Minister betonte aber, dass es eine völkerrechtliche Verpflichtung der Bundesrepublik gebe, den Atommüll entgegenzunehmen, so sei es mit Frankreich verabredet.

Mit weniger Transporten auch Kosten sparen

Dass ab 2002 nur noch ein Transport jährlich nach Gorleben rollen soll, sei letztlich ein Ergebnis des von der rot-grünen Bundesregierung mit den Kraftwerksbetreibern erreichten Atomkonsenses, betonte Trittin. Dieser entlaste Gorleben in hohem Maße, weil von den insgesamt 420 Castor-Stellplätzen dort nur noch 140 ausgenutzt werden sollten, also ein Drittel der ursprünglich vorgesehenen Menge. Das Umweltministerium in Berlin sei schon lange dafür eingetreten, auch die Zahl der Transporte auf einen jährlich zu reduzieren. Dies sei aber bislang an den mangelnden Kapazitäten im Verladebahnhof Dannenberg gescheitert, wo nach früheren Angaben nicht mehr als sechs Castor-Behälter umgeladen werden konnten. Nach den neuen Angaben der niedersächsischen Landesregierung sei dieses Problem aber jetzt gelöst, so dass mit weniger Transporten auch Kosten eingespart werden könnten.

Trittin betonte, die Bundesregierung begrüße alles, was zur Entspannung und zur Entlastung der Bevölkerung beitrage. Deshalb habe sie ja auch trotz hoher investierter Summen einen Baustopp in Gorleben verhängt. Sowohl im Atomkonsens als auch in einem Brief von Bundeskanzler Gerhard Schröder habe sie die ernsthaften Zweifel an einer Eignung Gorlebens als atomares Endlager festgehalten. Diese Zweifel seien so stark, dass unter Einbeziehung allen Fachverstands neue Kriterien entwickelt werden sollten, um Alternativen für Gorleben zu suchen.

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