Ab 2004 getrennte Rechte
IOC-Funktionäre wollen Internet-Übertragungen vermarkten

Das Internationale Olympische Komitee fürchtet um seine TV-Einnahmen, wenn die Spiele künftig auch im Netz zu sehen sind. Deshalb sollen Übertragungen nur erlaubt werden, wenn sie regional begrenzt werden können.

HB LAUSANNE. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) steht dem Internet weiterhin skeptisch gegenüber: Das Komitee habe die Verpflichtung Geld zu sammeln, um den Sport zu unterstützen. Fernsehen bringe dem Sport Geld, das Internet bringe momentan noch kein Geld, sagte IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch am Montag zur Eröffnung der Weltkonferenz für Sport und Neue Medien in Lausanne. "Wir haben bis zu den Spielen 2008 Fernsehverträge abgeschlossen, für die Spiele 2010 wollen wir bis 2003 einen neuen Kontrakt unterzeichnen. Und in diesem sollen dann auch die Internet-Rechte eingeschlossen werden", sagte Samaranch weiter.

Bisher zahlt das amerikanische Fernseh-Netzwerk NBC 3,55 Millarden Dollar für die TV-Rechte an Olympia bis 2008, die European Broadcast Union weitere 1,4 Milliarden. Aber auch diese Verträge für die Spiele bis 2008 werden noch einmal revidiert, wenn dies die technische Entwicklung notwendig macht. "Ab 2004 sind die Rechte für Fernsehen und Internet getrennt, dann müssen sie zusätzlich bezahlt werden", sagte IOC-Marketingdirektor Michael Payne. Die Grundvoraussetzung für diese Nachverhandlungen nennt Richard Pound, der Vorsitzende der IOC-Marketing-Kommission und der Arbeitsgruppe Internet. "Übertragungen im Internet werden wir nur dann erlauben, wenn sich die Übertragungen national beschränken lassen. Das haben wir bei Sponsoren und auch beim Fernsehen gemacht, und das müssen wir auch beim Internet einhalten", erklärte der Kanadier. Es gebe 25 Millionen Menschen, die bewegte Bilder im Internet sehen können, aber 3,7 Millarden Fernsehzuschauer.

Für Alan Ramadan, den Vorstand von Quokka Sports, ist das schon eine Aussage mit historischem Charakter. "In Amerika haben wir schon einen Versuch während der Spiele in Sydney gemacht, und Video-Highlights regional ausgestrahlt. Die Firma, die das ein solches System anbietet, heißt Axient." Nach Aussage von Pound wartet das IOC aber noch auf die Auswertung dieses Tests, andere Versuche laufen in Finnland und Australien.

Solange das IOC das Internet restriktiv bearbeitet, kontrollieren drei Firmen ungefähr 10 000 Websites. Doch gegen Sportler, die nicht mehr mit Medien reden, sondern ihre Aussagen über Sponsoren auf einer exklusiven Website vermarkten, wollen die Olympier nur beschränkt einschreiten. "Wir können niemanden zwingen, mit den Medien zu reden. Aber wenn das dann auf einer Website von Pepsi, also dem Konkurrenten eines Olympia-Sponsors verbreitet würde, würden wir massiv dagegen einschreiten", erklärte Pound.

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