Ab 2006 in ganz Deutschland
Interaktives Fernsehen in NRW gestartet

Der Start für das interaktive Fernsehen in Deutschland ist am Montag in Nordrhein-Westfalen erfolgt. 300.000 Nutzer in Düsseldorf, Neuss und Kaarst können über das TV-Kabel im Internet surfen oder telefonieren. Frühestens ab 2006 wird es interaktives Fernsehen in ganz Deutschland geben.

ddp HAMBURG. Dann bietet sich erstmals die Chance, auch die 26 Millionen Internet-Verweigerer und Netz-Aussteiger für digitale Geschäfte zu erobern. Dies prognostizieren die Mummert + Partner Unternehmensberatung AG in Hamburg und die Essener Zukunftsforscher von Z_punkt in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Das Fernsehen ist für die Mehrheit der Verbraucher immer noch das Lieblingsmedium, heißt es in der Untersuchung. Wenn sich die Deutschen für ein Medium entscheiden müssten, würden - einer Langzeitstudie von ARD und ZDF zufolge - 46 Prozent das Fernsehen wählen, doch nur 6 Prozent das Internet. Interaktives Fernsehen verbindet die TV- und Internettechnologie. Der Fernseher wird damit für E-Commerce-Angebote zum Einfallstor ins Wohnzimmer.

Die Einführung des interaktiven Fernsehens in Nordrhein-Westfalen sei "der erste große Schritt für diese Technologie in Deutschland", betonte der Vorstandsvorsitzende von Mummert + Partner, Wilhelm Alms. Nun werde der Fernseher Schlag auf Schlag für immer mehr Menschen eine vollkommen neue Informationswelt eröffnen. Die Unternehmen müssten sich ernsthaft Gedanken machen, wie sie ihre Kunden in dieser Welt für ihre Informations- und Serviceangebote interessieren wollen. "Verbraucher entscheiden sich künftig bewusst, ob sie ein Unternehmen auf der Mattscheibe haben möchten - wer keinen Nutzwert bringt, wird nicht mehr gesehen", betonte Alms.

Bis zum Jahresende sollen die Kabelnetze in den Gebieten Köln, Dortmund und Bochum von der Callahan-Tochter ish nachgerüstet werden, bis 2004 soll das Fernsehkabel von 7,5 Millionen Haushalten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg digitalisiert und rückkanalfähig gemacht werden. Neben Callahan wollen auch Klesch (in Hessen) und Liberty Media (alle übrigen Regionen ohne Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg) ein Multimediageschäft über Kabel aufbauen.

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