Ab Donnerstag 23 Uhr MESZ
Terrorgefahr: Großbritannien stellt Kenia-Flüge ein

Wegen höchster Gefahr von Terroranschlägen hat die britische Regierung am Donnerstag die Einstellung aller Flüge zwischen Großbritannien und Kenia angeordnet. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, muss die Bedrohung für britische Flugzeuge als "unmittelbar bevorstehend" eingestuft werden. In Kenia halten sich nach Regierungsangaben gegenwärtig etwa 1200 britische Touristen auf.

HB/dpa LONDON/FRANKFURT. Die Einstellung der Flüge soll am Donnerstagabend um 22.00 Uhr Ortszeit (23.00 MESZ) wirksam werden. Der Verband britischer Reiseveranstalter sei informiert worden. Die Fluggesellschaft British Airways (BA) fliegt täglich nach Nairobi. Sie will laut BBC ihre Passagiere in das benachbarte Tansania bringen und von dort nach Hause fliegen.

Von Deutschland aus gehen keine Linienflüge nach Kenia, die Lufthansa fliegt Kenia seit geraumer Zeit nicht an. Die Chartergesellschaft Thomas Cook teilte mit, sie fliege weiter planmäßig nach Kenia. Es gebe derzeit keine Hinweise auf Gründe für eine Einschränkung, sagte ein Sprecher. Der nächste Flug geht am späten Freitagabend wie geplant von Frankfurt nach Mombasa. Von LTU war am Donnerstagabend keine Stellungnahme zu bekommen. Der nächste Swiss-Flug nach Kenia ist für Samstagabend vorgesehen. Ein Sprecher der Schweizer Gesellschaft sagte, man warte noch ab, wie sich die Sache entwickelt.

Nach britischen Presseberichten hatte der kenianische Minister für nationale Sicherheit, Chris Murungaru, kurz nach der Anschlagserie in Saudi-Arabien Anfang dieser Woche vor "höchster Terrorgefahr" für britische und andere ausländische Einrichtungen in seinem Land gewarnt. Er habe Geheimdiensthinweise, dass die Terrororganisation El Kaida "irgendwo in Ostafrika" einen Anschlag plane, sagte der Minister. Er veröffentlichte in diesem Zusammenhang das Foto eines Verdächtigen, Fasul Abdullah Mohammed, der bereits an früheren Terroranschlägen in Ostafrika beteiligt gewesen sein soll.

Auch die US-Regierung hatte am Mittwoch vor möglichen Anschlägen auf amerikanische oder westliche Einrichtungen in Kenia gewarnt. Die kenianische Regierung könnte möglicherweise nicht in der Lage sein, ein solches Attentat zu verhindern, teilte das US-Außenministerium mit.

Ende November 2002 waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein überwiegend von Israelis besuchtes Hotel nahe der kenianischen Küstenstadt Mombasa außer den drei Attentätern 14 Menschen ums Leben gekommen. Fast zeitgleich feuerten Terroristen, denen enge Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt werden, zwei Raketen auf ein startendes israelisches Flugzeug ab. Am 7. August 1998 waren bei Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam (Tansania) insgesamt 230 Menschen getötet worden.

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