Ab Freitag vom Kurszettel verschwunden
Worldcom-Aktie nahe Null

Der Aktienkurs des in einen Buchführungsskandal verwickelten US-Telekomriesen Worldcom ist am Montag an der Nadaq- Börse um 96,3 % auf nur noch acht Cents abgestürzt. Die Nasdaq-Börse hat Worldcom darüber informiert, dass die Worldcom-Aktien ab 5. Juli vom Kurszettel verschwinden.

dpa NEW YORK. Der Handel war in der Vorwoche von der Nasdaq bei einem Kurs von 83 Cents wegen der Worldcom-Buchführungsmanipulationen ausgesetzt worden und war erst am Montag wieder aufgenommen worden. Die Aktien hatten zwischenzeitlich an anderen elektronischen Märkten bereits einen entsprechenden Einbruch vorweggenommen. Die Nasdaq-Börse hat Worldcom darüber informiert, dass die Worldcom-Aktien ab 5. Juli vom Kurszettel verschwinden.

Worldcom hat eine detaillierte Erklärung über die geplante Änderung seiner Finanzergebnisse für das Jahr 2001 und das erste Quartal 2002 bei der US-Wertpapier- und Börsenkommission SEC abgegegen. Der Prüfungsausschuss der Gesellschaft untersucht auch die Unterlagen für die Jahre 1999 bis 2001, teilte die Gesellschaft am Montag mit. Das Unternehmen hat den Wirtschaftsprüfer KPMG um Hilfe bei der Überprüfung gebeten.

Worldcom sei von seinen Banken und Kreditgebern informiert worden, das eine Vertragsverletzung bei Verbindlichkeiten im Rahmen der Kreditfazilität von 2,65 Mrd. $ und bei einer ungesicherten Kreditfazilität von 1,6 Mrd. $ erfolgt sei, erklärte die Gesellschaft. Deshalb könnten die Banken eine beschleunigte Rückzahlung verlangen. Damit würde eine sofortige Rückzahlung erforderlich, falls die Kreditgeber dies verlangten. Der neue Worldcom-Chef John Sidgmore verwies aber auf Verhandlungen mit den Geldgebern über eine Ersatzfazilität und hofft letztlich auf eine Lösung.

Die Prüfer, die den Buchführungsskandal von Worldcom untersuchen, wenden ihre Aufmerksamkeit dem kürzlich rausgedrückten Unternehmenschef Bernard J. Ebbers zu. Sie wollen herausfinden, welche Rolle er bei dem angeblichen Betrug gespielt hat, berichtet das "Wall Street Journal" am Montag in seiner Onlineausgabe. Die an zahlreichen Untersuchungen beteiligen Prüfer seien zunehmend überzeugt, dass sie weitere Beweise für unangemessene Buchführung finden würden, die über die 3,8 Mrd. $ (3,83 Mrd. ?) hinausgehen, die Worldcom vergangene Woche bekannt gegeben hatte. Worldcom hatte mit seinen Buchführungsmethoden tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne verwandelt.

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