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Ab in den Feiertag

Die Angel geschultert, den Picknick-Korb in der Hand - so starteten die US-Investoren am Dienstag frühzeitig in den Feiertag. Wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstages schlossen New Yorks Aktienmärkte am Dienstag bereits zur Mittagsstunde. Bei dem an diesem Tag traditionell geringen Handelsvolumen konnten Dow Jones und Nasdaq Index jedoch keine Punktgewinne einstreichen. Beide US-Börsenbarometer gingen mit Verlusten aus dem Handel. Vor allem Öl-, Software- und Pharmawerte notierten schwächer.

Für die US-Märkte kam die Nachricht des Tages ausnahmsweise aus Europa. In Strassburg lehnte EU-Wettbewerbshüter Mario Monti die Fusion der US-Konzerne General Electric und Honeywell ab. Die Fusion gilt somit endgültig als gescheitert.

Erstmals in der Geschichte verhindern die EU-Wettbewerbswächter damit eine Fusion zwischen zwei US-Unternehmen, die bereits von den US-Behörden grünes Licht bekommen hatte. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte die 47 Milliarden Dollar schwere Übernahme abgelehnt, weil er fürchtete, dass der neue Konzern in den Bereichen Flugzeug-Leasing und Flugzeugelektronik den Markt dominieren könnte. Kursgewinne bei Honeywell konnten am Dienstag einen Teil der Punkteverlusten im Dow Jones Index ausgleichen. Spekulationen über andere potenzielle Übernahmekandidaten trieben die Aktie über drei Prozent ins Plus. GE büßte dagegen an Wert ein.

Der größte Dow-Jones-Verlierer ist die Aktie von DuPont. Statt des erwarteten Gewinns von 53 Cents pro Aktie wird der zweitgrößte Chemiekonzern im zweiten Quartal höchstens ein Ergebnis von 45 Cents pro Aktie erwirtschaften. Das Unternehmen wird nur einen halb so hohen Gewinn ausweisen können wie noch im Vorjahresquartal. Das Management machte die schlechte Wirtschaftslage in den USA und den Auslandsmärkten dafür verantwortlich. Auch Dow Chemical und Eastman Chemical mussten Kurseinbußen hinnehmen.

Softwareaktien hatten unter Gewinnwarnungen und negativen Kommentaren unter anderem aus dem Investmenthaus J.P. Morgan zu leiden. Vor allem die Gewinnwarnungen von Broadvision und Rational Software drückten die Stimmung im Sektor. Broadvision verlor bis Handelsschluss sogar über 15 Prozent an Wert. Der Verlust des Unternehmens wird im zweiten Quartal größer ausfallen als bisher erwartet. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres sei bisher keine Besserung in Sicht, erklärte das Management.

Die Gewinnwarnung von Interent Securities zog die Papiere der Hersteller von Sicherheitssoftware in die Verlustzone. Auch Verisign und Check Point verloren an Wert.

Ebenfalls schwächer notierten die Titel des Ölsektors. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) lehnte es ab, die Fördermengen von Öl zu senken. Nachdem die Ölpreise in den vergangenen Wochen nicht zuletzt wegen hoher Lagerbestände gefallen waren, zeigten sich die Anleger von Ölaktien nun enttäuscht.

Pharmawerten blies am Dienstag ebenfalls Wind ins Gesicht. Die Branche blickt auf ein schwaches zweites Quartal zurück. In den abgelaufenen drei Monaten hat der Sektor zehn Prozent schwächer abgeschnitten als der S&P 500 Index. Negative Nachrichten und ein relativ schwaches Preisgefüge haben Pharmawerte belastet. Für das dritte Quartal rechnen die Analysten von Goldman Sachs nicht mit einer Besserung. Bis zum Herbst würden der Branche die Impulse fehlen. Dennoch zählen Merck und Eli Lilly nach wie vor zu den Favoriten der Analysten. Neben Pfizer büßten auch Eli Lilly an Wert ein.

©Wall Street Correspondents Inc.

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