Ab März wechselt nur die Bundesbank
Geschäfte können Euros ab September einlagern

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sitzt auf einem milliardenschweren Schatz, mit dem er die europäische Einigung voranbringen will: In Kellern in 15 Meter Tiefe unter seinem Ministerium in Berlin Mitte lagern Mill. Euro-Scheine aus der Bundesdruckerei.

Reuters BERLIN. Die alten Gewölbe und Tresore der Reichsbank, die nach der Wende modernisiert wurden, dienen als Zwischenstation auf dem Weg in die Portemonnaies der immer noch Euro-skeptischen Deutschen. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) ist einige Kilometer weiter für die Sicherheit der Münzen für Berlin verantwortlich. Rund eine Milliarde der neuen Geldstücke lagern dort in Containern mit einem Gewicht von fast 5000 Tonnen.

Seit Monaten schon rollt der Euro von Druckereien und Prägestätten in die Depots der Landeszentralbanken (LZB). Bundesweit werden nach Auskunft der LZB Berlin-Brandenburg etwa 17 Mrd. Münzen und 4,3 Mrd. Scheine gebraucht. Ab September wird der Euro dann in die einzelnen Geschäftsbanken und Sparkassen gebracht. Dabei gilt: Je früher die Banken die Scheine abholen, umso mehr wird ihnen von den von der Bundesbank festgelegten Umtauschgebühren erlassen. Belastet werden die Konten der Banken zudem erst an drei verschiedenen Tagen im Januar. Gebührenfrei verteilt die Bundesbank über die Landeszentralbanken insgesamt fünf Mill. so genannte Standardpäckchen im Wert von 800 Euro an die einzelnen Kreditinstitute. Ihren Bedarf an Euro-Geld sollen die Banken bereits bei ihren Geschäftskunden eingeholt haben.

Nehmen sie den LZB unsortiertes Bargeld ab erhalten die Institute ein Honorar dafür, dass sie es dann für Geschäftskunden portionieren. Sortieren sie nicht, sollten sie das eventuell schon erhaltene Honorar aber wenigstens an ihre Geschäftskunden weitergeben, fordert der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Dazu hätten sich aber nicht alle Privat-Banken verpflichtet.

Ab September können die Geschäfte das Bargeld dann von den Banken etwa gegen Hinterlegung von Wertpapieren oder Nutzung ihrer Kreditlinien abholen. Sie müssen es dann allerdings selbst lagern und bewachen lassen. "Kurzfristig müssen dann etwa auch Versicherungen erhöht werden", sagt Robert Weitz vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Kleinere Geschäfte müssten etwa Wertpapiere verpfänden lassen oder gar DM-Bargeld tauschen, kritisiert er. Ein Problem besonders bei kleineren Läden sind fehlende Berechnungen, wie viel Wechselgeld ab Januar in den Kassen benötigt wird. Ein Kassentest des HDE in Baden-Württemberg hatte dazu extrem schwankende Ergebnisse gebracht. Banken und Handel gehen daher davon aus, dass im Januar in kurzen Abständen zusätzlich Geld gewechselt wird.

Der Verbraucher wird frühestens am 17. Dezember den Euro in der Hand halten können. Erst dann werden die so genannten Starter-Kits oder Münzhaushaltsmischungen von den Banken abgegeben. Diese Münzbeutel haben einen Wert von zwanzig Mark und sollen die Menschen an das neue Wechselgeld gewöhnen. Euro-Scheine für die Verbraucher gibt es aber erst ab Januar. Umgetauscht werden kann dann bei den Banken noch bis Ende Februar. Ab März wird dann nur noch von der Bundesbank gewechselt.

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