Ab November
Reisebranche fordert Sicherheitszuschläge für Flugreisen

Nach dem Marktführer TUI hat am Montag der Großteil der deutschen Reiseveranstalter von November an Sicherheitszuschläge für Flugreisen angekündigt.

Reuters HANNOVER. Sie belaufen sich wie bei TUI auf zehn Euro für Nah- und Mittelstrecken in Europa, zwölf Euro für Fernreisen und 18 Euro bei Linienflügen. Nur der Reisekonzern Thomas Cook macht keine Unterscheidung bei Pauschalreisen zwischen Mittel- und Langstrecke und verlangt einheitlich zehn Euro.

Zuschläge nur auf neu gebuchte Reisen

Der Zuschlag sei unvermeidlich, da die Versicherungen nach den Anschlägen in den USA ihre Prämien für Fluggesellschaften drastisch erhöht hätten, hieß es am Montag bei Thomas Cook, der Rewe Touristik und Alltours. Alle Veranstalter erheben die Mehrkosten ausschließlich für neu gebuchte Reisen.

Die zum Preussag gehörende TUI hatte am Wochenende als erster Veranstalter den seit Tagen erwarteten Preisaufschlag veröffentlicht. Der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalterverband (DRV) hatte sich hinter den Kulissen in den vergangenen Wochen dafür eingesetzt, dass alle Veranstalter möglichst einheitlich die Mehrkosten für die Versicherungsprämien umlegen und es nicht zu einem Preiskampf in dieser Frage kommt. So lag am Montag noch keine Entscheidung bei der deutschen Tochter Airtours-Konzerns, FTI, vor. Dennoch geht der DRV davon aus, dass kein Veranstalter ausschert.

Weitere Aufschläge möglich

Möglicherweise kommt es in den nächsten Monaten noch zu weiteren Aufschlägen, weil nach Auslaufen der zunächst nur um einen Monat bis Ende November verlängerten Staatshaftung für die Fluggesellschaften weitere Prämiensteigerungen möglich sind. Im ersten Schritt hatten die Versicherung die Deckungssummen für Kriegsschäden von einer Milliarde Dollar auf 50 Millionen Dollar reduziert, dafür aber die Versicherungsprämien nach Branchenangaben verachtfacht. Nach einem Ende der staatlichen Garantien wird erwartet, dass die Versicherungsprämien nochmals steigen.

Die Reiseveranstalter haben im Hinblick auf mögliche negative Reaktionen ihrer Kunden darauf verzichtet, die Zuschläge auch rückwirkend für bereits gebuchte Reisen zu erheben, wie dies zuletzt bei den so genannten Kerosinzuschlägen vor knapp zwei Jahren der Fall war. Danach hatten die Verbraucherzentralen gegen die Veranstalter geklagt, mit bislang unterschiedlichem Erfolg. Zuletzt untersagte das Landgericht Hannover der TUI aufgrund unzureichender Geschäftsbedingung solche nachträglichen Zuschläge. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%