Ab November steigt dafür die Grundgebühr
Dresdner Bank streicht Auslandsgebühr für Kreditkarte

Reuters FRANKFURT. Als erste deutsche Großbank streicht die Dresdner Bank nach eigenen Angaben das Auslandsentgelt beim bargeldlosen Bezahlen in der Euro-Zone. Die bisherige Gebühr von 1 % des Umsatzes werde von November an gestrichen, teilte die Bank am Dienstag in Frankfurt mit. Allerdings erhöht die Bank gleichzeitig die Grundgebühr für die Classic-Karte auf 30 Euro (58,68 DM) von 20,45 Euro (40 DM). Dieser Schritt sei aber ohnehin geplant gewesen, sagte ein Sprecher.

Verbraucherschützer nannten den Wegfall des Auslandsentgeltes einen überfälligen Schritt. Allerdings hätten kleinere Kreditkartenanbieter dies schon längst vollzogen, ohne ihre Grundgebühren zu erhöhen, sagte Rainer Metz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Rund 60 Prozent der Kunden profitieren

Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank haben bisher keine konkreten Pläne, ihre Auslandsentgelte zu streichen. Die Deutsche Bank prüft nach Angaben eines Sprechers mehrere Produkt- und Preismaßnahmen. Die Dresdner Bank geht davon aus, dass 60 % ihrer Kreditkartenkunden von dem Wegfall der Gebühren profitieren werden. Für rund 40 % der Kreditkartenbesitzer, die nur relativ selten im Ausland bargeldlos zahlen und somit wenig Nutzen aus Wegfall des Entgelts ziehen, bedeute dies unter dem Strich eine Verteuerung, sagte der Sprecher. Die Jahresgebühr für die Gold-Karte bleibe mit 66,47 Euro (130 DM) konstant. Zu Umsätzen und dem Kartenbestand machte die Dresdner Bank keine Angaben.

Andere Großbanken werden nachziehen

Kreditkartenexperte Metz sagte, schon 1999 nach Einführung des Euro hätten Kreditkartenanbieter wie die Allgemeine Deutsche Direktbank oder American Express ihre Auslandsentgelte für die Euro-Zone gestrichen. "Trotz der Erhöhung der Grundgebühr bleibt es erfreulich, dass jetzt auch eine Großbank diese Entgelte streicht. Es wäre konsequent, wenn die anderen Großbanken nun auch folgen würden", sagte Metz. "Man kann im bargeldlosen Zahlungsverkehr die Länder der Euro-Zone mit einer einheitlichen Währung nicht länger als Ausland behandeln." Dies werde auch bei der EU in Brüssel inzwischen kritisch gesehen.

Bei der Deutschen Bank werden mehrere Maßnahmen geprüft. "Wir denken im Zuge der Einführung des Euros über Produkt- und Preismodifikationen generell nach", sagte ein Sprecher. Dazu gehöre auch das Auslandsentgelt für Kreditkarten in der Eurozone. Die Commerzbank will vorerst "den Markt weiterhin beobachten". Auch bei der HypoVereinsbank hieß es, man beobachte den Markt, sehe "aber keinen Bedarf, den gleichen Schritt zu gehen wie die Dresdner." Trotz der gemeinsamen Währung gebe es im bargeldlosen Zahlungsverkehr weiterhin Transaktionskosten. Preiserhöhungen bei der Grundgebühr sind - anders als bei der Dresdner - bei den übrigen Großbanken nicht geplant. Vergleichbar sind die Standardkarten von Deutsche Bank und HypoVereinsbank, die 40 DM im Jahr kosten.

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