Ab Samstag dürfen Altaktionäre ihre Papiere verkaufen
Haltefrist-Ende dürfte T-Aktie nur wenig belasten

Bis zu 289 Mill. Aktien der Deutschen Telekom AG können bald auf den Markt kommen. Denn am Samstag, dem 1. Dezember, endet die letzte Haltefrist für Altaktionäre von Voicestream. Die Telekom und Analysten erwarten aber nicht, dass die Papiere den Markt überschwemmen.

slo/tmo DÜSSELDORF. Voicestream-Altaktionäre hatten die T-Aktien im Zuge der Übernahme durch die Telekom erhalten. Sie halten noch insgesamt knapp 500 Mill. Telekom-Titel. "Der Angebotsüberhang ist zwar kritisch", sagt Andrew Moffat, Analyst bei ABN Amro in London, "da man einfach nicht genau weiß, wie viele Aktien verkauft werden". Andererseits steige die Nachfrage nach Technologie- und Telekommunikationstiteln. Moffat erwartet, dass T-Aktien höchstens um knapp zwei auf etwa 17 Euro fallen werden.

Anfang August hatte ein milliardenschwerer Verkauf einen Kurssturz ausgelöst. Der Mischkonzern Hutchison Whampoa hatte über die Deutsche Bank 44 Mill. T-Aktien und damit ein Prozent des Aktienkapitals auf den Markt geworfen. Der Bonner Ex-Monopolist verlor 18 Mrd. Euro an Börsenwert. Aus Telekomkreisen heißt es, man werde alles dransetzen, um ein erneuten Kurssturz in diesem Ausmaß zu verhindern: "Man hat gelernt, dass man sich besser in kleineren Schritten von den Aktien trennt."

Hutchison besitzt nach Schätzungen von Branchenexperten noch immer über 150 Mill. T-Aktien und gilt ebenso wie der finnische Telekomkonzern Sonera als kurzfristiger Verkäufer. Die Finnen haben noch 38,6 Mill. Telekom-Papiere. Man werde aber erst verkaufen, wenn es einen günstigen Zeitpunkt gebe, um den Ertrag zu maximieren, heißt es bei Sonera. Der Konzern braucht Geld, um seine Schulden abzubauen. Auch der US-Versorger Scana Com Holdings mit 39 Mill. T-Aktien ist nicht an einem dauerhaften Investment interessiert. Man werde aber kursschonend vorgehen, sagte John Winn, Investor-Relations-Manager bei Scana.

"Schwelender Skandal"

Als langfristige Investoren gelten indes das US-Beteiligungsunternehmen TDS und Voicestream-Gründer und Vorstandschef John Stanton. "Wir glauben, dass die Telekom ein gutes Investment darstellt und wir werden unsere Anteile vorerst nicht verkaufen", sagte David Epstein von der TDS-Investor-Relations-Abteilung. TDS hat 132 Mill. Telekom-Titel und damit 3,1 % an dem Bonner Konzern.

Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz nennt die Haltefrist-Absprachen einen "schwelenden Skandal". "Die Telekom hätte längere Fristen vereinbaren sollen", sagt der Anlegerschützer. Nun könne der Konzern - entgegen seinen Aussagen - die Abgabe von Aktien nicht mehr kontrollieren. Trotzdem sollten Anleger ihre T-Aktien nicht zum aktuell niedrigen Kurs verkaufen: "Man sollte warten, bis der Markt endlich bereinigt ist", empfiehlt Hocker.

Die Telekom hatte den Voicestream-Kauf mit 1,17 Mrd. neuer Aktien finanziert. Die Hälfte davon ging an Kleinanleger. Für die übrigen Papiere hat der Konzern mit den Großaktionären drei Haltefristen vereinbart. Einen Teil ihrer Aktien konnten Investoren bereits Ende Mai verkaufen. Eine zweite Haltefrist endete am 1. September, die letzte läuft jetzt aus. Von den 582 Mill. T-Aktien, die die ehemaligen Voicestream-Großaktionäre erhielten, ist bisher der Verkauf von 107,5 Mill. bekannt.

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