Ab Sonntag gilt nur noch der US-Dollar
Ecuadors Nationalwährung verschwindet nach 179 Jahren

afp QUITO. Nach 179 Jahren wird Ecuadors Nationalwährung Sucre am Sonntag durch den US-Dollar abgelöst. Ab dem 10. September werde "der Dollar alleiniges Zahlungsmittel" in dem Andenstaat sein, teilte die Zentralbank in Quito am Donnerstag (Ortszeit) mit. Ecuadors Präsident Gustavo Noboa hatte nach einem dramatischen Kursverfall der Landeswährung im März das umstrittene Gesetz zur Dollarisierung der Wirtschaft unterzeichnet. Damit galt zunächst ein fester Wechselkurs von 25 000 Sucre für einen US-Dollar. Die Zentralbank druckte keine neuen Sucre-Noten mehr, auch staatliche Wertpapiere wurden in den vergangenen Monaten nicht mehr in der Landeswährung ausgegeben. Die feste Anbindung an die US-Währung sollte die galoppierende Inflation und den wirtschaftlichen Stillstand in Ecuador bekämpfen helfen.

Nach dem Beschluss zur Umstellung auf den US-Dollar hatte Ecuador milliardenschwere Kreditzusagen von internationalen Organisationen und den USA erhalten. Mehrere Geber stellten Darlehen in einem Gesamtumfang von rund zwei Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Mark) in Aussicht.

Die geplante Dollarisierung der Wirtschaft war einer der Gründe, die im Januar zu dem Putschversuch der Indianer gegen den damaligen Präsidenten Jamil Mahuad führten. Im Anschluss übernahm Vize-Präsident Noboa die Macht. Er versicherte aber schnell, dass er am umstrittenen Wirtschaftskurs seines Vorgängers festhalten werde.

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