Ab UMTS sollen Mobile Dienste die Hälfte des Umsatzes erbringen
E.multi erhofft sich Umsatzsprung durch Mobile Dienste

Die auf Internetspiele spezialisierte E.multi Digitale Dienste AG will nach den Worten ihres Vorstandschefs Matthias Gärtner in den kommenden Jahren europaweit in das Geschäft der Handy-Unterhaltungsspiele einsteigen und dadurch den Umsatz deutlich erhöhen. "Über Handys können wir viel mehr Teilnehmer für unsere Spiele erreichen und werden unsere Umsätze in den kommenden Jahren verdoppeln", sagte Gärtner.

Reuters FRANKFURT. Im laufenden Geschäftsjahr liege das am Neuen Markt gelistete Unternehmen bisher im Plan. Es sei aber gut möglich, dass sich die mobilen Dienste bis Jahresende in einem "nennenswerten Bereich" in den Zahlen niederschlügen. "Wir spüren eine kleine Euphorie bei unseren Kunden", sagte Gärtner. Die Planzahlen des Unternehmens blieben allerdings unverändert.

Bereits im März hatte E.multi angekündigt, im Geschäftsjahr 2001 mit einem positiven Ebit (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 1,8 Mill. Euro zu rechnen. Die Ebit-Marge werde 14,3 % erreichen. "Wir haben ein saisonales Geschäft und müssen angesichts der aktuellen Marktverfassung konservativ rechnen", sagte Gärtner. "Durch die mobilen Dienste erwarten wir aber in den nächsten Jahren einen deutlichen Umsatzsprung." Dabei werde E.multi über Sponsorengelder für Wettspiele, Startgebühren der Teilnehmer und Lizenzeinnahmen Umsätze generieren.

Das Ettlinger Unternehmen wolle künftig stärker Anbieter mobiler Endgeräte mit seinen Unterhaltungsangeboten beliefern. Bisher habe der Schwerpunkt auf dem Internet gelegen. "Das ist eine gewinnträchtige Ergänzung unseres Angebots", sagte Gärtner. Spätestens wenn sich der Standard der dritten Mobilfunkgeneration UMTS durchgesetzt habe, würden mobile Dienste mindestens die Hälfte des Umsatzes ausmachen. "Die Mobilfunkanbieter werden wegen ihrer hohen Kosten beim Aufbau der UMTS-Infrastruktur auf die Preise von Diensten achten. Da sind auch für uns, die wir Inhalte und Unterhaltung liefern, höhere Margen als im Internet möglich", hieß es weiter. Es werde bei den mobilen Diensten auch keine Mentalität wie im Internet geben, alles unentgeltlich erhalten zu wollen.

Einer Studie des Marktforschungsinstituts Datamonitor zufolge beträgt das Marktpotenzial für Handy-Spiele im Jahr 2006 weltweit rund 11 Mrd. $. In Deutschland würden voraussichtlich bis Ende 2003 etwa 250 bis 300 Mill. Euro mit mobilen Spielen umgesetzt. Im Jahr 2000 verzeichnete E.multi einen Umsatz von 4,77 Mill. Euro. "UMTS verlangt nach spannenden Inhalten. Diese Chance wollen wir nutzen", sagte Gärtner. Bis zur Etablierung des UMTS-Standards werde E.multi seine Dienste über die Handy-Kurzmitteilungen SMS und den mobilen Internet-Standard WAP anbieten.

E.multi stehe zudem in Verhandlungen mit einigen Telekommunikationsunternehmen. "Es gibt auch Überlegungen auf unserer Seite sich mit einem großen Partner zusammen zu tun. Da wir viele Anwender erreichen müssen, denken wir an ein Telekommunikations- oder Medienunternehmen", sagte Gärtner. Auch wenn derzeit keine Gespräche geführt werden, könne das Thema eventuell noch in diesem Jahr aktuell werden.

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