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ABB will Stellen schneller abbauen

Der schwedisch-schweizerische Elektrotechnikkonzern ABB hat in den ersten neun Monaten 2001 einen Gewinneinbruch verzeichnet und will den schon geplanten Abbau von 12 000 Stellen beschleunigen.

rtr ZÜRICH. Der schwedisch-schweizerische Elektrotechnikkonzern ABB hat in den ersten neun Monaten 2001 einen Gewinneinbruch verzeichnet und will den schon geplanten Abbau von 12 000 Stellen beschleunigen. Der Reingewinn sank nach Firmengaben vom Mittwoch um 76 % auf 289 Mill. Dollar. Denncoh habe sich ABB abgesichts des Abschwung der Weltwirtschaft nicht schlecht geschlagen, erklärte Konzernchef Jörgen Centerman. Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg um neun Prozent auf 763 Mill. Dollar, wenn der letztjährige Kapitalgewinn aus dem Verkauf des Kraftwerkgeschäfts nicht berücksichtigt wird. Zunächst steigende Restrukturierungskosten wegen des Stellenabbaus und ein Rückgang der Aufträge veranlassten ABB zu einer Gewinnwarnung.

Dazu hieß es, 2001 dürfte der Betriebsgewinn (Ebit) ohne einmalige Kapitalgewinne im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent sinken. Bisher war ABB von einem zweistelligen Zuwachs ausgegangen. Beim Umsatz erwartet ABB 2001 ein Wachstum, das mit sechs Prozent dem bis 2005 angepeilten durchschnittlichen Jahreswachstum entsprechen soll. ABB bekräfigte, dass die Ebit-Marge bis 2005 auf neun bis zehn Prozent steigen soll. In den ersten neun Monaten 2001 stand der Wert bei 4,5 %.

Aufgrund der unsicheren Marktverhältnisse sei es für ABB zu früh, einen Ausblick für den Geschäftsgang 2002 zu formulieren, sagte der ABB-Chef: "Es ist unmöglich, eine sinnvolle Prognose zu stellen."

Im den ersten neun Monaten 2001 wuchs der ABB-Umsatz um vier Prozent auf 16,88 Mrd. Dollar. Die Aufträge sanken dagegen um acht Prozent auf 17,86 Mill. Dollar. ABB will zur Kostensenkung 12 000 von 163 000 Stellen abbauen. Der Abbau dürfte im Verlauf des zweiten Halbjahres 2002 abgeschlossen sein, sagte Centerman. 2000 Mitarbeiter haben ABB bereits verlassen. Von den Restrukturierungskosten von 500 Mill. Dollar will ABB höchstens die Hälfte im laufenden Jahr verbuchen, so Centerman. Sobald die Stellen abgebaut sind, sollen jährliche Einsparungen von rund 500 Mill. Dollar realisiert werden können.

Umsatz und Betriebsergebnis lagen leicht über den Erwartungen der Analysten aus. Laut Credit Suisse Private Banking ist positiv, dass ABB die Restrukturierung schneller als erwartet durchführen wolle. Ein anderer Analyst begründete die Kursgewinne an der Börse damit, dass die Anleger viel Cash besässen und Positionen aus defensiven in zyklische Titel umschichteten. Die Margen seien tief, das Ergebnis sei aber keine Katastrophe, so eine Analyst der Bank Sarasin.

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