ABB
Zwischenruf: Kredit verspielt

Der Elektonikkonzern ABB sorgt wieder einmal für negative Schlagzeilen. Wegbrechende Ergebnisse und ein drastischer Stellenabbau - wer sich in der Geschichte des schwedisch-schweizerischen Unternehmens ein wenig auskennt, dem werden solche Schreckensmeldungen sehr bekannt vorkommen. Auch der neue Chef, Jörgen Centerman, greift in seiner Not zu den alten Rezepten. Doch dem Manager bleibt wohl nichts anderes übrig. Denn die gesamte Branche scheint in den Sog des konjunkturellen Abschwungs zu geraten. Die Schwäche, die in den USA ihren Ausgang nahm, greift offenbar immer stärker auch auf den alten Kontinent über. Einen anderen Schluss lassen die Warnungen der ABB-Konkurrenten Invensys und Emerson nicht zu. Aber ABB kämpft auch mit hausgemachten Problemen. Zu oft hat der Konzern die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht und damit die Investoren enttäuscht.

Auch wenn Centerman erklärtermaßen von diesem Negativimage wegkommen will - gelungen ist ihm dies in den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit nicht. Im Gegenteil: Bei Investoren und Analysten hat der Manager bereits sehr viel Kredit verspielt. Jetzt muss der ABB-Chef beweisen, dass die von ihm erdachte neue Struktur auch tatsächlich trägt und Gewinn abwirft.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%