Abbas: Friedensplan ist historische Gelegenheit
Bush reist kommende Woche zu Nahost-Gipfel

US-Präsident George W. Bush reist am Dienstag und Mittwoch in den Nahen Osten, um den internationalen Friedensplan voranzubringen. Abbas appellierte an Scharon, seine Vorbehalte gegen den Plan aufzugeben. Die beiden Politiker kommen Abbas zufolge möglicherweise am Donnerstag zusammen, um den Weg für das Treffen mit Bush zu ebnen.

Reuters WASHINGTON/JERUSALEM. Bush werde am 3. Juni im ägyptischen Scharm el Scheich führende arabische Politiker treffen, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes Scott McClellan am Mittwoch in Washington. Am 4. Juni werde Bush nach Jordanien zu einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Ariel Scharon und dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas reisen. Israel bestätigte den Termin nicht.

"Wir konzentrieren uns darauf, Fortschritte bei der "road map' zu machen", sagte McClellan. Der "road map" genannte Friedensplan der USA, der Uno, der EU und Russlands sieht ein Ende der Gewalt und die Gründung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vor. McClellan sagte nicht, wen Bush in Scharm el Scheich treffen werde. Erwartet wurden Vertreter von Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien.

Die ägyptische Zeitung "El Ahram" berichtete, zur Vorbereitung des Nahost-Gipfeltreffens werde Bush in Scharm el Scheich an einer Regional-Konferenz zum Friedensprozess teilnehmen. Bush werde seinen ägyptischen Kollegen Husni Mubarak, die Könige von Marokko, Bahrain, Jordanien und den saudiarabischen Kronprinzen Abdullah bin Abdul-Asis treffen.

Abbas: Friedensplan ist historische Gelegenheit

"Dies ist eine historische Gelegenheit, zur Normalität zurückzukehren", sagte Abbas der Zeitung "Haaretz" mit Blick auf den Friedensplan. "Wir sagen den Israelis: "Folgt dem Plan und verschwendet keine Zeit mit Details'." Die Palästinenser hatten den Friedensplan umgehend gebilligt. Das israelische Kabinett hatte ihn am vergangenen Sonntag angenommen, nachdem die USA zugesagt hatten, israelischen Vorbehalten Rechnung zu tragen. Die USA hatten zugleich betont, dass der Plan nicht mehr geändert werde.

Abbas sagte weiter, bei der Eindämmung der Gewalt sei es unmöglich, "innerhalb kurzer Zeit 100 Prozent" Erfolg zu erzielen. Es sei wichtig, dass auch Israel seinen Teil beitrage. Die gezielte Tötung militanter Palästinenser und die Zerstörung von Häusern müssten aufhören. Palästinensische Gefangene müssten aus israelischer Haft freikommen. Abbas trat Spekulationen entgegen, er wolle mit den radikalen, anti-israelischen Gruppen lediglich eine vorübergehende Waffenruhe aushandeln. Er strebe vielmehr eine "absolute Ruhe" an, sagte Abbas.

Israel will sich entgegen den Vorgaben des Plans weiterhin das Recht vorbehalten, in den besetzten Gebieten gegen militante Palästinenser vorzugehen, solange deren Regierung den Nachweis schuldig bleibe, dass sie die radikalen, anti-israelischen Kräfte im Zaum halten könne. Israel dringt dabei insbesondere auf eine Entwaffnung und Zerschlagung von extremistischen Gruppen wie Hamas und Islamischer Dschihad, die zahlreiche Selbstmordanschläge auf Israelis verübt haben.

Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin sagte, die Annahme des Plans durch Israel sei ein Trick. Die US-Regierung sei kein ehrlicher Unterhändler des Friedens.

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