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Abbas ruft Palästinenser zur Abkehr von Gewalt auf

Der palästinensische Präsidentschaftskandidat Mahmud Abbas hat die bewaffnete Gewalt im Aufstand gegen Israel als Fehler bezeichnet. „Die Benutzung von Waffen hat geschadet und muss aufhören“, sagte Abbas in einem Interview mit der arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“.

dpa KAIRO/GAZA. Der palästinensische Präsidentschaftskandidat Mahmud Abbas hat die bewaffnete Gewalt im Aufstand gegen Israel als Fehler bezeichnet. "Die Benutzung von Waffen hat geschadet und muss aufhören", sagte Abbas in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat".

Abbas sprach sich für einen grundsätzlichen Kurswechsel im Konflikt mit Israel aus. "Die Intifada muss Abstand zu den Waffen gewinnen, denn sie ist ein legitimes Recht des Volkes, um seine Ablehnung der Besatzung mit den Mitteln des Volkes und der Gesellschaft auszudrücken", sagte Abbas, der nach dem Tod des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat auch neuer PLO-Chef ist. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat bei den Wahlen am 9. Januar. Er kündigte eine Neuorganisation der palästinensischen Sicherheitskräfte an. Abbas sagte: "Ehrlich gesagt, der palästinensische Sicherheitsapparat braucht mehr Kontrolle".

Auch sei inzwischen ein Dialog mit allen palästinensischen Gruppen im Gange, um das "Waffen-Chaos" zu stoppen. Die Schießerei im Trauerzelt Arafats, bei der ein Wachmann von Abbas getötet worden war, sei "das Ergebnis dieses Chaos gewesen, das mit Spannungen und einer aufgeladenen Atmosphäre einher ging".

Unterdessen zerstörte die israelische Armee als Reaktion auf einen schweren Bombenanschlag auf einen ihrer Grenzposten zwei Tage zuvor am Dienstag im südlichen Gazastreifen fünf Häuser. Nach israelischen Medienberichten war der Einsatz in Chan Junis der Beginn einer Reihe von Schritten der Armee gegen Extremistengruppen im Grenzbereich zu Ägypten. Der israelische Armeesender meldete, die Truppenverbände seien in der Nacht in die Außenbezirke des örtlichen Flüchtlingslagers vorgedrungen. Dabei kam es den Berichten zufolge zu Feuergefechten mit bewaffneten Einwohnern. Aus den von den Soldaten zerstörten Gebäuden seien in den vergangenen Wochen mehrfach Mörsergranaten auf israelische Siedlungen abgefeuert worden.

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