Abbau des Schuldenbergs
British Telecom sieht sich für die Zukunft "gut gerüstet"

Peter Bonfield, Chef der British Telecom Plc (BT), sieht seinen Konzern für die Zukunft gut gerüstet. BT habe sich aus der Schuldenfalle befreit, erklärte er in London.

and LONDON. Bonfield kündigte an, die Verbindlichkeiten würden bis Jahresende um die Hälfte auf 15 Mrd. £ schrumpfen. Das sei eine deutlich größere Reduzierung als erwartet. Zudem ist nach den Worten von Bonfield die BT-Schuldenlast damit im Vergleich zu anderen europäischen Telekomanbietern "relativ gering". Zur Zeit hat BT noch Verbindlichkeiten in Höhe von 17,5 Mrd. £. Der britische Konzern wird in zwei Unternehmen aufgespalten: die Mobilfunksparte mit dem neuen Namen "mmO2" und die BT Group, bei der das klassische Festnetzgeschäft sowie die Internetaktivitäten verbleiben. BT Group werde als schlankes Unternehmen zu den zehn profitabelsten FTSE-100-Firmen gehören, so Bonfield.

Papiere des Mobilfunknetzbetreibers ab 16. November an der Londoner Börse

Der BT-Konzern wird von Montag an den Börsenprospekt für die Abspaltung des Mobilfunkgeschäfts an seine Aktionäre verschicken. Alle bisherigen BT-Anteilseigner sollen zugleich auch Aktien der neuen Firma mmO2 bekommen. Erstmals sollen die Papiere des neuen Mobilfunknetzbetreibers am 16. November an der Londoner Börse gehandelt werden. Die O2-Gruppe - zu der auch der deutsche Mobilfunkanbieter Viag Interkom gehört - habe dann nichts mehr mit BT zu tun, betonte Bonfield.

Wie schon Vodafone-Chef Chris Gent dämpfte jetzt auch Bonfield die Erwartungen an den neue Mobilfunkübertragungsstandard UMTS. Die Technik werde zwar nächstes Jahr starten. "Aber mit einem wirklichen kommerziellen Einsatz rechne ich erst Ende 2003", sagte der BT-Chef. Bis die Technik als Massenprodukt ausgereift sei, dürften zehn Jahre vergehen.

Der kommerzielle Start des ersten UMTS-Netzes von BT auf der Isle of Man, das gemeinsam mit NEC und Siemens betrieben wird und im Sommer in Betrieb gehen sollte, ist erneut nun auf Dezember verschoben worden.

Schlechtes Mobilfunkrating "ungerechtfertigt"

Mit einer Kreditlinie von 3,5 Mrd. £ (rund 10 Mrd. DM) und Schulden von nur 500 Mill. £ sieht Bonfield mmO2 finanziell gut gerüstet, die neue Handygeneration aufzubauen. Das schlechte Kreditrating für den Mobilfunkanbieter nannte Bonfield ungerechtfertigt. Es sei nur mit der ungünstigen Stimmung am Markt zu begründen. Gerade mit der breiten BT-Aktionärsbasis habe O2 guten Zugang zum Kapitalmarkt. Als Übernahmekandidat sehe er die O2-Gruppe im momentanen wirtschaftlichen Umfeld nicht.

Die Telekom-Branche braucht nach Einschätzung von Bonfield die wirtschaftlichen Folgen des Terrorangriffs auf die USA nicht zu fürchten. "Kommunikation ist ein Geschäft, dass auch in Zeiten stürzenden Aktienkurse und im Krieg notwendig ist."

Viag Interkom werde ab 2004 profitabel sein, kündigte der BT-Chef an. Der teure Kauf des Anbieters hatte zusammen mit den hohen UMTS-Lizenzgebühren die BT-Schulden in bedenkliche Höhen getrieben. Der Konzern habe daher keine andere Wahl gehabt, als seine Expansion zu stoppen und sich von Beteiligungen in profitablen Märkten wie Japan zu trennen. Der Rückzug ist noch nicht beendet: BT prüft unter anderem den Verkauf seiner Beteiligung in Italien.

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