Abbau von 700 Arbeitsplätzen in Aussicht
Swiss fliegt turbulenten Zeiten entgegen

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss fliegt nach einem Verlust von knapp einer Milliarde Schweizer Franken (sfr) in 2002 in einem durch den Irakkrieg und eine schwache Konjunktur geprägten Umfeld turbulenten Zeiten entgegen. Die Verluste halten an und auf die Aktionäre kommt ein Kapitalschnitt zu.

Reuters ZÜRICH. Die Buchprüfer signalisierten sogar Sorge wegen der Liquiditätsversorgung. Ein Stellenabbau und eine Flottenreduktion sind bereits im Gange, nun wird auch bei der Beschaffung neuer Flugzeuge gespart.

Im letzten Jahr, dem ersten Betriebsjahr der mit Milliarden-Subventionen aus der Taufe gehobene Swissair-Nachfolgegesellschaft, kam Swiss auf einen Umsatz von 4,28 Milliarden sfr. Es fielen noch eine Reihe von Sonderbelastungen an, so dass ein Fehlbetrag von 980 Millionen sfr resultierte. Eine Prognose für den Abschluss des Jahres 2003 lasse sich angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der weltweit tief greifenden Krise der Luftfahrt nicht machen, teilte die Gesellschaft am Dienstag im Jahresausweis mit. Die Nachfrage nach Flugleistungen werde aber bestenfalls moderat ausfallen und auch die branchenweite Überkapazität werde die Umsatzentwicklung belasten. Auch bei striktem Kostenmanagement werde sich die Gewinnschwelle im laufenden Jahr nicht erreichen lassen.

Weil die Gesellschaft nicht profitabel sei, werde ein Absinken des Nettoeigenkapitals unter die Hälfte des Aktienkapitals nicht ausgeschlossen, erklärte Swiss. Der Verwaltungsrat schlägt deshalb einen Kapitalschnitt vor und möchte den Nennwert der Aktien auf 32 sfr von 50 sfr kürzen. Der grösste Teil der Swiss-Aktien wird von den ursprünglichen Kapitalgebern der öffentlichen Hand und der Banken gehalten. Diese Stellen haben die Aktien, die an der Börse noch für rund 3,50 sfr zu haben sind, schon auf den Marktwert abgeschrieben. Die Swiss-Wirtschaftsprüfer von KPMG Fides Peat wiesen auf die Gefahr hin, dass Swiss in einem ungünstigsten Fall sogar Liquiditätsprobleme bekommen könnte.

Swiss plant bereits die Stilllegung von 20 Maschinen und damit verbunden den Abbau von 700 Arbeitsplätzen. Weitere Einsparungen sollen bei neuen Flugzeugen erzielt werden. Mit Airbus wird über eine Teilverschiebung von Bestellungen verhandelt. Fünf von zwölf Airbus A340 sollen später als geplant übernommen werden. Härter trifft es den brasilianischen Hersteller Embraer. Dort will Swiss nur noch 30 der bestellten 60 Flugzeuge abnehmen und eine Option wurde auf 20 von vorher 100 Maschinen reduziert. Zudem wird die erste Maschine ein Jahr später, nämlich erst 2004, abgenommen.

Durch die Kürzung des Embraer-Auftrags reduziert sich der Investitionsbedarf um eine Milliarde sfr und die Kosten können um gut 170 Millionen sfr gekürzt werden. Insgesamt sollen die Kosten dieses Jahr nach den Worten von Konzernchef Andre Dose in einem "aggressiven Programm" um knapp 500 Millionen sfr gesenkt werden.Ein grosses Fragezeichen bleibe der Irakkrieg, sagte Dose. Falls der Krieg länger dauere werde die Swiss weiter Personal abbauen müssen.

Kritiker der Swiss vertreten die Auffassung, dass die ganze Gesellschaft gemessen an der Wirtschaftskraft der Schweiz zu gross sei und niemals wirklich in die Gewinnzone kommen werde. Swiss-Chef Dose erklärte aber, er rechne für 2004 mit schwarzen Zahlen. Wie hoch der Gewinn sein werde, lasse sich nicht sagen. Swiss will bis zur Generalversammlung im Mai einen neuen Business-Plan vorlegen. Den Verlust von 2003 schätzte die Zürcher Kantonalbank auf 450 Millionen sfr.

Die oberste Führungsriege der Swiss sei wieder komplett, hiess es bei Swiss weiter. Ulrik Svensson wird Finanzchef und Manfred Brennwald wird Chief Operating Officer mit der Zuständigkeit für Technik und Sicherheit.

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