Abbau von 7000 Stellen geplant
Lucent macht fast acht Milliarden Dollar Verlust

Der weltgrößte Telekomausrüster Lucent Technologies hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 seinen Nettoverlust mehr als verdoppelt und damit zum neunten Mal hintereinander einen Quartalsverlust ausgewiesen.

Reuters MURRAY HILL. Zugleich kündigte der Konzern am Dienstag bei der Vorlage des Quartalsberichts zusätzliche Umstrukturierungen und einen weiteren Stellenabbau an.

Eine Prognose für das vierte Quartal mochte Lucent nicht abgeben, bekräftigte aber die Absicht, bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres 2002/2003 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. Die Lucent-Aktien fielen in New York in einem uneinheitlichen Gesamtmarkt um 17,14 Prozent auf 1,74 Dollar.

Der Rückgang der Investitionsausgaben in der Telekomindustrie dauere an, begründete das in Murray Hill im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen am Dienstag seine Verlustserie. Der Nettoverlust sei in den drei Monaten zum 30. Juni 2002 auf 7,91 (Vorjahresquartal 3,24) Milliarden Dollar oder 2,31 (0,95) Dollar je Aktie gestiegen. Dagegen sei der Umsatz auf 2,95 (5,37) Milliarden Dollar eingebrochen. Im Vergleich zum Vorquartal fiel der Umsatz um 16 Prozent. Vor Einmalaufwendungen verringerte sich der Verlust den Angaben zufolge auf 16 Cent je Aktie nach 39 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum.

Eine Prognose für das vierte Quartal lehnte Lucent mit Hinweis auf die unsichere Marktlage ab. Lucent bekräftigte aber das Ziel, Ende des Geschäftsjahres 2003 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. Um die Gewinnschwelle im Laufe des nächsten Jahres schneller zu erreichen, entwickele das Unternehmen unter anderem zusätzliche Restrukturierungspläne. Die daraus resultierenden Kosten dürften das Ergebnis des vierten Quartals belasten.

Den Angaben zufolge plant Lucent den Abbau von weiteren 7000 Stellen und will zusätzlich 1000 Arbeitsplätze auslagern. Bis zum Jahresende soll so die Mitarbeiterzahl um 15 Prozent reduziert werden. Ende Juni hatte Lucent 53 000 Mitarbeiter nach 62 000 Ende 2001.

Branchen-Analysten rechnen angesichts der Investitionszurückhaltung führender Telefongesellschaften wie Qwest Communications, Sprint oder SBC Communications damit, dass die Zulieferindustrie auch weiterhin mit Problemen kämpfen muss. Der unabhängige Analyst Tom Lauri sagte: "Es gibt bisher keinen Grund zu glauben, dass sich die Telekombranche stabilisiert hat." Die Telekombranche bleibe äußerst spekulativ. Deshalb sehe er keinen Grund dafür, dass sich die Investoren in diesem Sektor engagieren sollten.

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