Aber billigerer Eintritt für einige Personengruppen in der Planung
Expo will Preise nicht generell senken

Die Ausstellung hat zu wenig Publikum. Folge könnte eine Kündigungswelle sein. 500 Arbeitsplätze stehen zur Diskussion.

ap HANNOVER. Wegen des schwachen Besucherstroms zur Weltausstellung Expo in Hannover suchen die Veranstalter nach Wegen, mehr Gäste auf das Gelände zu locken. Der stellvertretende Generalsekretär Norbert Bargmann kündigte in der "Berliner Morgenpost" (Mittwochausgabe) Billig-Tage für Wehrpflichtige und Zivildienstleistende noch im Juni an. Expo-Generalkommissarin Birgit Breuel stellte eine zusätzliche Werbe- und Marketingkampagne in Aussicht, um mehr Besucher anzulocken.

"Wir denken darüber nach, wie wir potenzielle Besucher noch besser darüber informieren können, was wir hier jeden Tag anbieten", sagte die Expo-Chefin der Tageszeitung "Welt". Eine generelle Senkung des Eintrittspreises von 69 DM lehnten beide ab.

Breuel sagte: "Die Preise zu senken, wäre ein falsches Signal, weil es die Kontinuität und Transparenz im Markt gefährdet." Eine Verbilligung der Tickets hatte unter anderem IG-Metall-Chef Klaus Zwickel angeregt, der auch dem Expo-Aufsichtsrat angehört. Breuel erinnerte daran, auch bei den Ausstellungen in Lissabon und Sevilla der Massenansturm erst später gekommen sei.

Vize-Sekretär Bargmann sagte, man halte am Ziel von 40 Mill. Besuchern bis zur Schließung am 31. Oktober fest. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten im Durchschnitt jeden Tag 260 000 Besucher kommen. Selbst am Eröffnungstag kamen aber nur 150 000, danach nur noch etwa 70 000 pro Tag. Mehrere Zeitungen berichteten sogar von nur 35 000 Gästen an manchen Tagen. Das wurde von der Expo-Gesellschaft nicht bestätigt.

Unterdessen hat der Expo-Betriebsrat ein Modell vorgeschlagen, um bedrohte Arbeitsplätze auf der Ausstellung zu retten: Danach sollen Mitarbeiter, die zur Zeit nichts zu tun haben, zu Hause bleiben. Diese Fehlzeiten müssen sie aber nacharbeiten, wenn die Gäste dann doch massenhaft kommen. 154 Leute wurden laut Betriebsrat schon gekündigt, 500 sind gefährdet. Für das neue Modell müsste ein weiterer Tarifvertrag abgeschlossen werden.



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