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Aber bitte mit Sahne

Die Vorbereitungen der Konzerne und Kapitalgeber zur Entflechtung der Deutschland AG liefen auf Hochtouren, als Anfang vergangener Woche das Bundesfinanzministerium für Verwirrung sorgte...

Die ab Januar 2002 geltende völlige Steuerfreiheit für Kapitalgesellschaften auf Gewinne aus Beteiligungsverkäufen lief Gefahr, einen Gutteil ihres Charmes zu verlieren. Der Grund für das Durcheinander: Zwar sieht die Steuerreform vor, dass die Kapitalgesellschaften ab 2002 keine Körperschaftssteuer auf Veräußerungsgewinne zahlen müssen, wenn sie Beteiligungen an Unternehmen verkaufen. Nun wurden Anfang vergangener Woche aber Pläne bekannt, wonach Dividenden und Veräußerungsgewinne, gewerbesteuerpflichtig werden könnten.

Es sei schon immer teuer gewesen, in Deutschland eine Firma zu verkaufen, urteilt Anthony Tulloch von der auf Unternehmensverkäufe spezialisierten Kanzlei SJ Berwin. Doch mit der Steuerreform ab 2002 werde der Markt in Bewegung kommen. Die Steuerreform sei ein wesentlicher Impuls dafür.

Umso merkwürdiger erschienen da die neuen Pläne aus dem Finanzministerium. Kursverluste der Finanztitel quittierten das Durcheinander.

Mittlerweile stellt das Finanzministerium aber klar, weder Körperschafts- noch Gewerbesteuer werden auf Veräußerungsgewinne ab Januar 2002 fällig, das Thema ist vom Tisch - vorerst.

Die hektische Diskussion offenbart aber zweierlei: Einerseits, dass weitere Unsicherheiten für die Geldgeber - egal, ob für die Neue oder die Alte Wirtschaft, - egal, ob für junge Firmen oder Konzerne, zurzeit alles andere als sinnvoll sind. Sie alle bauen zurzeit um, wollen sich fokussieren, ja vielleicht sogar bald wieder investieren.

Andererseits scheinen die Beteiligten aber manchmal zu vergessen, dass Steuervorteile, -erleichterungen oder gar-freiheiten nur das Sahnehäubchen auf dem Kuchenstück sind - nicht mehr und nicht weniger

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