"Aber mühsamer Prozess"
Neuer Markt: Kleinaktionäre erwarten Image-Verbesserung

Das Image des Neuen Marktes wird sich nach Ansicht der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) im kommenden Jahr verbessern.

dpa-afx FRANKFURT. "Die Image-Verbesserung wird aber ein mühsamer Prozess sein", sagte SdK-Vorstandsmitglied Reinhild Keitel am Freitag in Frankfurt. Das Geschehen am so genannten Wachstumsmarkt habe die Anleger in 2001 abgeschreckt. "Der Neue Markt bleibt aber ein wichtiges Wachstumssegment für junge Unternehmen."

Nach dem rapiden Kursverfall und den Skandalen um einige Firmen hat das Ansehen des Marktsegmentes gelitten. "Das Verhalten einiger Vorstände ist einer der gravierendsten Gründe für den Imageverlust", sagte Keitel. Für die Zukunft erwartet sie allerdings weniger Fehltritte. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen etwa gegen EM-TV und Infomatec würden mögliche Nachahmer "abschreckend", sagte Keitel.

Delisting-Regeln förrden das Ansehen

Zur Verbesserung des Ansehens trügen unter anderem auch die von der Deutschen Börse eingeführten Delisting-Regeln bei. "Diese sind aber nur ein kleiner Baustein", sagte Keitel. Die Börse will mit den verschärften Regeln Unternehmen ausschließen, die unter einem Euro notieren oder insolvent sind.

Obwohl Keitel diese Neuregelung grundsätzlich richtig nannte, übte sie Kritik an der Umsetzung. Die Börse hätte mit den betroffenen Unternehmen vorher verhandeln müssen. Rund zwei Dutzend Neue-Markt-Firmen haben sich auf dem juristischen Weg den Verbleib im Wachstumsmarkt erstritten. Das Landgericht Frankfurt wies nur einige wenige Anträge von betroffenen Firmen ab. "Dies ist kein Weg, um das Image des Neuen Marktes zu heben", sagte Keitel. "Eine Konsenssuche im Vorfeld hätte der Deutschen Börse viel erspart."

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