Aber niemand gibt Garantien
Alle wollen „kranken“ Rothenbaum retten

Der Rothenbaum soll trotz aller Nöte überleben. Aber Garantien für das noch immer keine schwarze Zahlen schreibende Hamburger Masters-Tennisturnier wollen weder Chairman Boris Becker und seine Geschäftspartner noch der veranstaltende Deutsche Tennis Bund (DTB) noch das öffentlich-rechtliche Fernsehen übernehmen. Erst sollen in den kommenden Tagen alle Zahlen, Fakten und Analysen ausgewertet werden, hieß es am Sonntag am Rande der Veranstaltung.

HB/dpa HAMBURG. "Ich gehe aber davon aus, dass das Turnier mit diesem Schwung auch im kommenden Jahr stattfinden wird", sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels, "auch wenn das schwer genug sein wird."

Das neue Konzept zwischen Spitzen-Unterhaltung und Weltklasse- Tennis sei ein großer Erfolg gewesen, meinte Becker. Eine Zusage, weiter zu machen, wollte aber auch er nicht geben. "Erst muss das Ganze vertraglich, wirtschaftlich, finanziell Sinn machen für alle Beteiligten. Wir wollen grundsätzlich weiter machen. Aber wir können die Rechnung nicht ohne den Wirt machen."

Unter dem Strich gilt das auch für das Norddeutsche Fernsehen, wenngleich die Quote nicht allen Erwartungen entsprochen hat. "Wunderbar war das Daviscup-Revival", sagte NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermeier, der steigende Marktanteile im Laufe des Turniers registrierte. Doch er übte auch Kritik. "Es mangelt deutlich an charismatischen deutschen Tennisspielern", sagte er und rügte das Auftreten des derzeit besten, Rainer Schüttler. "Man kann verlieren, aber man muss wenigstens eine kämpferische Ausstrahlung zeigen." Die Tendenz gehe aber deutlich dahin, das Turnier weiter zu übertragen.

Zwar lief nicht alles reibungslos, aber die Show-Einlagen von Nena, dem Ensemble des Musicals "König der Löwen" und Howard Carpendale kamen bei den insgesamt 120 000 Zuschauern bestens an. "Wir hatten in den zehn Tagen des Daviscup-Revivals und des Masters- Turniers 20 % mehr Zuschauer", sagte Robert Lübenoff aus dem Becker-Team. DTB-Pressesprecher Toralf Bitzer ergänzte: "Ohne den Pre-Event waren es zehn Prozent mehr als im Vorjahr." Dennoch soll der DTB, wie es heißt, wieder rote Zahlen geschrieben haben. Sie seien diesmal aber nur zartrosa, was wohl bedeuten soll, dass man mit einem blauen Auge davongekommen ist.

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