Aber ohne Rosicky nach London
BVB in London nur Außenseiter

Beim deutschen Fußball-Meister stottert der Motor noch gewaltig, beim englischen Titelträger läuft er in perfekter Präzision: Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen vor dem Champions-League-Auftakt von Borussia Dortmund am Dienstag (20.45 Uhr/Premiere live) bei Arsenal London nicht sein.

HB DORTMUND/LONDON. Der BVB, der zu allem Überfluss in London auch noch seinen verletzten Spielmacher Tomas Rosicky ersetzen muss, dümpelt nach nur einem Sieg und vier Remis in der Bundesliga vor sich hin, die "Gunners" aus dem Highbury-Park eilen in der Premier League von Rekord zu Rekord. Mit dem 3:0 am Samstag gegen Charlton Athletic baute das Team von Arsène Wenger zwei Serien aus: Der Tabellenführer ist seit 27 Partien unbesiegt und hat in 45 Partien hintereinander jeweils mindestens ein Tor erzielt.

"Wir werden immer besser", schickte Wenger eine verbale Drohung Richtung Deutschland. Angst kann der Franzose seinem Trainer-Kollegen Matthias Sammer allerdings trotzdem nicht machen. "Die Signale beider Mannschaften stehen auf Sieg", so Sammer, der nach dem 1:1 im Revier- Derby gegen den FC Schalke 04 endlich auf drei Punkte und einen optimalen Start in die europäische "Königsklasse" hofft. Den braucht die Elf des UEFA-Cup-Finalisten auch, denn BVB-Präsident Gerd Niebaum setzt Erfolge geradezu voraus - und das Team unter Druck. Alle hätten ein "großes Reservoir an Hunger", so Niebaum, der ähnliche Erfolge wie vor fünf Jahren fordert, als dem westfälischen Traditionsclub mit dem Gewinn der Champions League der große Wurf gelang.

Nationalspieler und Vize-Weltmeister Christoph Metzelder sieht seine Elf beim zwölfmaligen englischen Meister nur auf dem Papier klar unterlegen: "Wir sind krasser Außenseiter. Aber wenn wir konzentriert spielen, können wir auch dort punkten." Den Kopf mag angesichts der klaren Rollenverteilung niemand in den Sand stecken. Im Gegenteil: "Der Fleißige wird irgendwann belohnt", glaubt Sammer und hofft vor allem auf eine Verbesserung der zuletzt schwachen Chancenverwertung. "Daran müssen wir konzentriert arbeiten. Kampf kann nur die Basis sein", stimmte auch Sportmanager Michael Zorc die Profis zum Auftakt des Millionenspiels ein.

Personell steht es beim deutschen Meister gegen das Londoner Star- Ensemble um Frankreichs Ex-Weltmeister Thierry Henry und Torwart- Oldie David Seaman allerdings nicht zum Besten. Denn nach Otto Addo, Lars Ricken und Marcio Amoroso fällt auch Regisseur Rosicky aus, der wegen einer Verhärtung im Oberschenkel am Montagmorgen erst gar nicht mit der Sondermaschine Flug DE 9168 von Dortmund nach Luton startete. "Es hat keinen Sinn, dass er mitfliegt", erklärte Sammer, der wohl Jörg Heinrich ins Team bringen wird. Ungefährdet sein soll dafür der Einsatz von Nationalverteidiger Christian Wörns. Der 30-Jährige musste bei seinem Comeback gegen Schalke nach 43 Minuten wegen eines Schlags auf sein schon zwei Mal operiertes Knie ausgewechselt werden.

Einen Joker hat Sammer beim 120. Revier-Derby in der Hinterhand behalten: Torsten Frings. Der Neu-Dortmunder musste sich erstmals mit der Reservistenrolle begnügen - und ist jetzt für die internationale Aufgabe positiv "geladen". Sammer akzeptierte den Unmut und baut auf eine Trotzreaktion des Ex-Bremers, auf den es in London besonders ankommt, weil er Rosicky als Regisseur vertreten muss: "Ich möchte, dass er eine Super-Saison spielt. Und dabei will ich ihm helfen."

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