Aber starke Zuwächse bei anderen Fleischsorten
Fleischer: Umsatzeinbruch bei Rindfleisch

ap MÜNCHEN. Als Folge der BSE-Krise hat das deutsche Fleischerhandwerk drastische Umsatzeinbußen bei Rindfleisch hinnehmen müssen. Wie der Vizepräsident des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV), Eugen Nagel, am Dienstag in München erklärte, setzten die Metzgereien von 25. November bis 31. Dezember 2000 rund 58 % weniger Rindfleisch um als im Vorjahreszeitraum. Durch Zuwächse bei anderen Fleischsorten konnten die Metzger die Verluste aber mehr als ausgleichen.

Beim Lebensmitteleinzelhandel und in Supermärkten habe das Minus bei Rindfleisch zum Jahresende sogar 75 Prozent betragen, sagte Nagel. Der Rindfleischmarkt sei "fast völlig zusammengebrochen".

Trotz der Einbußen konnten die Fleischer ihren Gesamtumsatz aber leicht steigern: So erhöhte sich der Umsatz vor Steuern von 34,2 Mrd. Mark im Jahr 1999 auf 34,7 Mrd. Mark im vergangenen Jahr. Grund seien starke Zuwächse bei anderen Fleischsorten: Der Absatz von Geflügel habe im Zuge der BSE-Krise zum Beispiel um 45,1 % zugelegt, sagte Nagel.

Zu Jahresbeginn stelle sich die Situation für die Fleischereien besser dar, erklärte der Verbands-Vizechef. Bei einer Umfrage des Verbands hätten 41,5 % der Betriebe angegeben, sie hätten im vergangenen Januar mehr umgesetzt als im Vorjahresmonat. Gut 56 % der Befragten hätten zudem Kunden von Supermärkten hinzugewonnen. DVF-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi erklärte: "Überschaubare Betriebsgröße, räumliche Nähe zum Kunden und die Möglichkeit zu einem Beratungsgespräch im Laden haben zur Vertrauensbildung beim Kunden beigetragen."

"Wir können nicht billig, wir können nur Qualität", sagte Jakobi. Deshalb habe der Verband sein "Fleischer-Fachgeschäft"-Logo überarbeitet. Wer künftig dieses Markenzeichen tragen wolle, müsse bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Die Zeit des "Billig - Schnell - Eintönig" müsse auf dem Fleischmarkt vorbei sein.

Unterdessen ist im Regierungsbezirk Oberbayern ein weiterer BSE-Verdachtsfall aufgetreten. Bei einer viereinhalb Jahre alten gefleckten Kuh sei das erste Testergebnis positiv ausgefallen, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

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