Abgeltungssteuer und Kontrollmitteilung statt aufwändiger Steuerfahndung
Was wäre, wenn die Steuerpläne der Regierung Gesetz würden?

Vielfach steht noch nicht fest, wie viel sich der Fiskus künftig von den Gewinnen der Anleger abschneidet.

rrl DÜSSELDORF. Auf jeden Fall fordert er ab Jahresbeginn 2003 Steueropfer für Flutopfer:

Der Körperschaftsteuersatz steigt von 25 auf 26,5 Prozent. Weil deshalb der ausschüttungsfähige Gewinn von Kapitalgesellschaften sinkt, könnte es sein, dass die Dividenden geringer ausfallen oder auf deren Erhöhung verzichtet wird.

Der Einkommensteuer-Spitzensatz beträgt weiterhin 48,5 Prozent. Geplant war, den Satz auf 47 Prozent zu senken. Die Entlastung für Spitzenverdiener fällt so ins Wasser.

Was vom Steuervergünstigungsabbaugesetz übrig bleibt, lässt sich heute nicht sagen. Falls die Regierungspläne umgesetzt werden, gilt ab 21.2.2003 folgendes:

Die Freigrenze für Veräußerungsgewinne wird von 512 auf 500 Euro gesenkt.

Es wird eine pauschale Wertzuwachssteuer von 15 Prozent auf alle Veräußerungsgewinne erhoben, sobald die Freigrenze erreicht ist. Die Steuer ist unabhängig von der Haltedauer eines Wertpapiers oder einer vermieteten Immobilie fällig. Für Anschaffungen vor dem 22.2.2003 wird ein Wertgewinn von zehn Prozent unterstellt, sofern der Anleger keinen geringeren nachweist. Dann werden 1,5 Prozent Steuern vom Veräußerungserlös fällig. Gegenüber der noch gültigen Regelung sind die steuerehrlichen Anleger im Vorteil, die Wertpapiere binnen einem bzw. Immobilien innerhalb von zehn Jahren verkaufen. Denn in den meisten Fällen dürfte der persönliche Grenzsteuersatz über 15 Prozent liegen. Zum Nachteil gereicht die Regelung den Investoren, die Veräußerungsgewinne außerhalb der Spekulationsfrist unversteuert kassieren konnten.

Spekulationsgewinne aus Aktienverkäufen werden wegen des Halbeinkünfteverfahrens besonders niedrig besteuert. Das Verfahren besagt, dass nur die Hälfte des Gewinns in die Steuerbemessungsgrundlage einfließt. Das bedeutet: Ein ausschließlich mit Aktien spekulierender Anleger weitet die Freigrenze auf 1000 Euro aus; von künftigen Spekulationsgewinnen holt sich der Fiskus nur 7,5 Prozent und bei solchen, die mit Aktien erzielt werden, die bereits vor dem 22.2.2003 im Depot des Anlegers lagen, begnügt er sich mit 0,75 Prozent vom Veräußerungserlös.

Wahrscheinlich gekippt wird die Doppelbesteuerung von Investmentfonds. Die renditezehrende Doppelbesteuerung entsteht, wenn auch die vom Fondsmanager erzielten Veräußerungsgewinne versteuert werden müssen.

Kontrollmitteilungen über Kapitaleinkünfte und Veräußerungsgewinne sollen die Steuerhinterziehung eindämmen.

Die Abschreibung auf vermietete Immobilien wird auf linear zwei Prozent gekürzt. Bislang sind degressiv bis zu fünf Prozent, linear bis zu drei Prozent Afa möglich. Folge: geringere Renditen.

Neu in der Diskussion:

Eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Zinserträge soll von den Banken pauschal abgeführt werden. Begünstigt wären Sparer, deren Grenzsteuersatz höher liegt. Geringverdienern würden überzahlte Steuern im Rahmen der Steuerveranlagung gut geschrieben werden.

Eine Amnestie für Steuersünder sieht vor, dass der Fiskus von aus dem Ausland bis Ende 2003 zurückgeführten und ihm zuvor verschwiegenen Geldern 35 Prozent einbehält. Wer mit der Rückführung ein Jahr länger wartet, muss 35 Prozent berappen.

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