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Abgesang auf Yukos - Börsenkurs fäält ins Bodenlose

(dpa-AFX) Moskau - Nach Wochen der Gerichtsurteile, Pleitendrohungen und Rettungsangebote ist es in Russland scheinbar ruhig geworden um den Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > . Die Stille trügt. Die Behörden leiten den Verkauf des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas in Westsibirien, ein und bereiten damit die Zerschlagung des konzerns vor.

(dpa-AFX) Moskau - Nach Wochen der Gerichtsurteile, Pleitendrohungen und Rettungsangebote ist es in Russland scheinbar ruhig geworden um den Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > . Die Stille trügt. Die Behörden leiten den Verkauf des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas in Westsibirien, ein und bereiten damit die Zerschlagung des konzerns vor.

Unter den Minderheitsaktionären schwindet die letzte Hoffnung auf eine gütliche Einigung zwischen Steuerbehörden und Yukos - Mehrheitseignern. Bis heute hat der Konzern überfällige Steuernachforderungen in Höhe von 99 Milliarden Rubel (2,8 Milliarden Euro) nicht vollständig begleichen können. Analysten sehen "erste große Zeichen für eine Kapitulation" an der Börse. Die Aktienkurs fiel zum Wochenbeginn auf ein Drei-Jahres-Tief.

Handel Erschüttert

Die Nachricht, dass in den Strafverfahren gegen Yukos - Miteigentümer nun auch wegen Mordes ermittelt wird, erschütterte den Handel. Im Fadenkreuz der Justiz steht der in Israel lebende Leonid Newslin, der nach dem inhaftierten Ex-Konzernchef Michail Chodorkowski das zweitgrößte Yukos-Paket hält. Beide Geschäftsleute sind über die Holding Menatep an Yukos beteiligt.

Für viele Experten in Moskau stehen die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Yukos-Eigentümer und das Vorgehen der Steuerbehörden gegen den Konzern im engen Zusammenhang. "Die schwer wiegenden Strafverfahren gegen die Menatep-Eigner beenden die Hoffnung auf einen Kompromiss", schreiben Analysten der Alfa-Bank in Moskau. Die Staatsanwaltschaft verfolge deutlich das Ziel, die eingefrorenen Yukos-Vermögenswerte zu pfänden.

Eine ähnlich pessimistische Stimmung verbreitet Aton Capital. "Die russische Führung erinnert die Investoren daran, dass jede Hoffnung auf einen positiven Ausgang grundlos ist", betont der Analyst Alexej Jasikow.

Hoffnung Verloren

Manche Marktbeobachter bezweifeln, dass der Haftbefehl gegen Newslin den Ausschlag für einen 20-prozentigen-Kurssturz am Montag gab. "Wir glauben, dass einige Investoren grundsätzlich die Hoffnung verloren haben", schreibt Renaissance Capital.

Guter Rat in Sachen Yukos-Aktie ist teuer. Die meisten Analysten ziehen es in diesen Tagen vor, keine Empfehlung abzugeben. "Wir warten ab, bis es mehr Klarheit zur Unternehmensstruktur und zu den Eigentümern gibt", steht derzeit in vielen Investmentberichten./

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