Abgeschwächte Trend setzt sich fort
Saisonaler Rückgang am Arbeitsmarkt auch im Juni gebremst

Die konjunkturelle Eintrübung hat auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland auch im Juni ihre Spuren hinterlassen. Experten rechnen für diesen Monat mit einem geringen jahreszeitlich bedingten Rückgang der Arbeitslosenzahl auf unter 3,7 Millionen.

dpa-afx NÜRNBERG. Saisonbereinigt sei die Zahl wahrscheinlich sogar gestiegen, hieß es. Damit setze sich der abgeschwächte Trend vom Frühjahr fort. Die offiziellen Zahlen für Juni gibt der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, an diesem Donnerstag in Nürnberg bekannt.

In zurückhaltenden Schätzungen rechnen Fachleute im Vergleich zum Mai mit einem Rückgang um etwa 50 000 auf 3,67 Millionen Arbeitslose. Vor einem Jahr war die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat noch um 64 000 gefallen. Dieser Rückgang werde dieses Jahr vermutlich nicht erreicht. Die Konjunkturerwartungen hätten sich weiter verschlechtert, hieß es zur Begründung. "Die Meldungen aus der Wirtschaft sind alles andere als ermutigend", meinte ein Arbeitsmarkt-Experte.

Die Verschlechterung betreffe vor allem den exportabhängigen Westen Deutschlands. Dort mache sich die Abschwächung in den USA und in den lateinamerikanischen Ländern sowie in Südostasien bemerkbar. "Der Wachstumsmotor West fällt praktisch aus."

Auch die jüngste Prognose der Bundesanstalt für Arbeit für eine jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl von 3,7 Millionen Menschen bezeichneten Arbeitsmarkt-Experten als "noch sehr optimistisch". Wenn diese Zahl noch erreicht werden solle, müsse sich bald eine Wende einstellen. Andernfalls müsse mit einem Jahresdurchschnitt von 3,8 Millionen Arbeitslosen gerechnet werden. Dies könne sich sogar noch nach oben verschieben, meinte ein Experte. Die Bundesanstalt hatte ihre Jahresdurchschnittsprognose erst im vergangenen Monat nach oben korrigiert. Zuvor war die Behörde von 3,6 bis 3,65 Millionen Menschen ausgegangen.

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