Abgleiten des Euro-Raums in eine Rezession aber unwahrscheinlich
Eurokonjunktur weiter auf Talfahrt

Seit Jahresbeginn hat der Handelsblatt- Eurokonjunktur-Indikator zwei volle Prozentpunkte eingebüßt und ein Fünfjahrestief erreicht.

Der Handelsblatt- Eurokonjunktur-Indikator (Freitagausgabe) setzte im Oktober seine vor einem Jahr begonnene Talfahrt fort. Mit 1,0 % nach 1,2 % im Vormonat hat er allein seit Jahresbeginn zwei volle Prozentpunkte eingebüßt und ein Fünfjahrestief erreicht. Dabei sind die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA überwiegend noch nicht in den aktuellen Einzelwerten enthalten. Die derzeit von dem Indikator vorausgesagte Wachstumsrate von 1,5 % für das laufende Jahr dürfte deswegen noch zu optimistisch sein.

>>Tabelle und Grafik

Gleichwohl lassen die guten monetären Rahmenbedingungen das Abgleiten des Euro-Raums in eine Rezession derzeit eher unwahrscheinlich erscheinen. Vielmehr könnte es im kommenden Jahr - wenngleich mit einem oder zwei Quartalen Verspätung - durchaus zu der ursprünglich schon für den Jahresbeginn erhofften Konjunkturbe-lebung kommen. Wie alle aktuellen Konjunkturprognosen steht auch diese Hoffnung freilich unter dem Vorbehalt der weiteren politischen und militärischen Entwicklung. Eine Schlüsselrolle für die Konjunktur kommt dabei erfahrungsgemäß der Ölpreisentwicklung zu, der zuletzt sogar gesunken ist.

Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator, eingeführt im Oktober 1999, hat den Hauptzweck, Wendepunkte der Konjunktur im Euro-Raum anzuzeigen. Der Indikator läuft der Konjunktur um etwa ein Quartal voraus; Referenzgröße ist die gleitende Jahreszuwachsrate des saisonbereinigten Bruttoinlandsprodukts. Der Indikator basiert auf sechs Einzelwerten Industrie- und Verbrauchervertrauen (40 % bzw. 10 %); saisonbereinigte Industrieproduktion (ohne Bau) zum Vormonat (20 %); Geldmenge M2 zum Vorjahr (10 %); Inflationsrate (10 %, mit negativem Vorzei-chen); Differenz zwischen 10-Jahres- Zinsen öffentlicher Anleihen und Drei-Monats-Zinsen (10 %).

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