Abkommen über Bau von Kernkraftwerken
Russland und Indien einig im Kampf gegen Terrorismus

Russland und Indien haben bei einem Besuch des indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee in Moskau ihre strategische Partnerschaft vertieft und dem Terrorismus den Kampf angesagt. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, die internationale Gemeinschaft müsse durch Geschlossenheit den Terroristen jede Hoffnung auf Erfolg nehmen.

dpa MOSKAU. Bei dem Treffen im Kreml wurde ein Vorvertrag über den Bau zweier russischer Kernkraftblöcke in Südindien im Wert von etwa 2,6 Mrd. $ (2,92 Mrd. Euro/ 5,6 Mrd. DM) unterzeichnet.

"Beide Länder haben gemeinsame geostrategische Interessen und wollen ein friedliches Asien sehen, frei von Terrorismus und Extremismus", sagte Vajpayee vor der Presse. Er wollte am Mittwoch weiter nach Großbritannien und dann in die USA reisen.

Putin und der indische Premier waren sich einig, dass die fundamentalistischen Taliban nicht mehr an einer Regierung in Afghanistan beteiligt werden dürften. Die politische Lösung für das Land sollte unter dem Dach der Vereinten Nationen gefunden werden. Der russische Präsident rief Indien und Pakistan auf, ihren Konflikt um Kaschmir in Verhandlungen zu lösen.

Die Energiepolitik solle in den kommenden Jahren der Schlüssel für die russisch-indischen Beziehungen werden, hieß es nach Angaben der Agentur Interfax in einer gemeinsamen Erklärung. Bei dem vereinbarten Atomgeschäft soll Russland bis 2009 zwei WWER-Reaktoren mit je 1000 Megawatt Leistung am Standort Koodankulam im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu bauen.

Die Partnerschaft zwischen Russland und Indien wurde bislang vor allem von Rüstungsgeschäften geprägt. Beide Seiten sprachen sich dafür aus, den zivilen Sektor zu stärken, um das im Jahr 2000 auf 1,6 Mrd. $ geschrumpfte Handelsvolumen zu steigern. Indische Firmen arbeiten in Russland in den Bereichen Pharma, Chemie und Textil, aber auch in der Ölförderung.

Gleichzeitig betonte Vajpayee die Bereitschaft Indiens, den Flugzeugträger "Admiral Gorschkow" zu kaufen. Beide Länder wollten von Waffenkäufen "zur gemeinsamen Forschung, Entwicklung und Produktion" von Rüstung übergehen, sagte der Ministerpräsident.

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