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Abkommen über Friedensmission unterzeichnet

Damit kann die Uno-Mission in Afghanistan beginnen. In der Hauptstadt Kabul trafen unterdessen weitere 70 britische Soldaten ein.

ap KABUL/WASHINGTON. Das Abkommen für die UN-Friedensmission in Afghanistan ist am Montag nach langen und komplizierten Verhandlungen unterzeichnet worden. Einzelheiten über die am Sonntag getroffene Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt. In der afghanischen Hauptstadt Kabul trafen am Montag aber 70 weitere britische Soldaten ein, die vor allem die neue Übergangsregierung schützen sollen. Gerätselt wurde weiter über den Verbleib von Islamistenführer Osama bin Laden.

Die Unterzeichnung des Abkommens durch Innenminister Yunus Kanuni und einen US-General erfolgte einen Tag nach der Einigung, weil zuerst noch die Übersetzungen erstellt werden mussten. Da Einzelheiten über die Friedensmission noch nicht bekannt gegeben wurden, war auch nicht klar, wie die UN-Truppe aussehen wird. Innerhalb der afghanischen Regierung schwankten die Forderungen hinsichtlich der Zahl der ausländischen Soldaten zwischen 1 000 und 5 000.

Etliche Minister der neuen Regierung hatten auch die sofortige Einstellung der Bombenangriffe der USA gefordert. Dies wurde dann aber fallen gelassen. Außenminister Abdullah erklärte, die USA könnten ihre Angriffe in Afghanistan so lange fortsetzen, bis ihre Ziele erreicht seien.

Bei einem US-Bombenangriff in der östlichen Provinz Paktia wurden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AIP am Sonntag mindestens 92 Menschen getötet. Die Zahl der Opfer könne auch noch höher liegen, hieß es. Die USA nahmen dazu zunächst nicht Stellung. Sie hatten zuletzt einen Bombenangriff am Freitagabend bestätigt. Zum amerikanischen Kriegsziel einer Festnahme oder Tötung Bin Ladens sagte US-Senator Bob Graham am Sonntag, neue Informationen des US-Geheimdienstes deuteten darauf hin, dass Bin Laden noch am Leben sei. "Wo er ist, bleibt allerdings die Frage", sagte Graham im Fernsehsender CNN. "Die Spur hat sich verloren." Es sei noch unklar, ob er noch in den Höhlen von Tora Bora oder tatsächlich nach Pakistan geflohen sei.

Die USA vermuten, dass Bin Laden sich zumindest bis Dezember im Höhlensystem Tora Bora in Ostafghanistan versteckt hielt. Der afghanische Außenminister Abdullah erklärte, Bin Laden halte sich möglicherweise noch in Afghanistan auf. Konkrete Informationen gebe es aber nicht. Die USA brachten unterdessen weitere mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder in ihren Stützpunkt in Kandahar.

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