Ablehnender Bescheid ging an Botschafter
Dänemark liefert Sakajew nicht aus

Die dänische Regierung wird dem Wunsch Moskaus nicht nachkommen. Sakajew war Anfang Oktober am Rande eines Kongresse von Exil-Tschetschenen festgenommen worden.

HB/dpa KOPENHAGEN/MOSKAU. Die dänische Regierung hat am Dienstag die Auslieferung des Tschetschenen-Sprechers Achmed Sakajew an Russland endgültig abgelehnt. Wie Justizministerin Lene Espersen in Kopenhagen bestätigte, wurde dem russischen Botschafter eine entsprechende Mitteilung überreicht. Moskau hatte die Auslieferung unter Hinweis auf eine angebliche Beteiligung Sakajews an Terrorakten während des Tschetschenien-Krieges in den 90er Jahren verlangt. Der 45-Jährige wurde freigelassen und kann Dänemark sofort verlassen. Er war Ende Oktober am Rande eines Kongresses von Exil-Tschetschenen in Kopenhagen festgenommen worden.

In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung erklärte der russische Justizminister Juri Tschaika, dass sich Kopenhagen "von politischen Überlegungen" habe leiten lassen. "Alles in allem herrschten in dieser Frage eher politische als juristische Aspekte vor", sagte Tschaika nach Angaben der Agentur Interfax. Allerdings habe ihn die Entscheidung seiner dänischen Kollegen "nicht überrascht". "Von Anfang an war angesichts der Verzögerungen des Problems klar, dass Dänemark nicht beabsichtigt hatte, Sakajew an Russland auszuliefern."

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