Ablehnung eines Prozesses gegen Milosevic in Den Haag
Kostunica glaubt an Fortbestand Jugoslawiens

Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica glaubt an den Fortbestand der jetzigen Bundesrepublik Jugoslawien mit ihren Teilstaaten Serbien und Montenegro.

dpa BELGRAD. Nach den bevorstehenden Parlamentswahlen in Montenegro am 22. April werden Neuwahlen für das jugoslawische Bundesparlament ausgeschrieben werden, um eine neue Verfassung im Interesse der beiden Teilrepubliken vorzubereiten. Kostunica sagte das am Sonntag dem privaten Belgrader Sender BK-TV. Kostunica äußerte die Hoffnung, dass sich Montenegro nicht lossagen werde. Sollte sich die Bevölkerung dort in einem Referendum aber dafür entscheiden, werde Belgrad "demokratisch handeln" und diesen Entschluss akzeptieren.

Kostunica sprach sich erneut gegen einen Prozess gegen den in Belgrad inhaftieren jugoslawischen Ex-Diktator Slobodan Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aus. Dieses Gericht übe "selektive Gerechtigkeit" aus und ändere ständig die Prozedur, was den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit widerspreche. Er kritisierte aber auch die jetzigen Beschuldigungen gegen Milosevic seitens der serbischen Justiz nur wegen Amtsmissbrauchs. Die Verantwortung von Milosevic sei "viel größer", verbunden mit allem was im Staat und dem Volk während dessen Regierungszeit geschehen sei, meinte Kostunica.

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