ABN Amro fordert einen Kredit zurück
Sportwelt sieht keine Gefahr

Der Sportrechte-Vermarkter Sportwelt GmbH sieht sich durch die drohende Insolvenz seines Anteilseigners Kinowelt nicht berührt und will Anfang nächsten Jahres einen strategischen Partner präsentieren.

Reuters DÜSSELDORF. "Die Verhandlungen mit einem Gesprächspartner haben sich konkretisiert, es müssen nur noch Details geklärt werden", sagte Sportwelt-Sprecher Michael Meeske am Dienstag. Den Namen des neuen Partners wolle der Rechte-Vermarkter, der Verträge mit 14 Fußballvereinen aus den zwei Bundesligen und den Regionalligen hat, erst Anfang 2002 präsentieren. Auch die Höhe der möglichen Beteiligung wollte der Sprecher nicht nennen.

An der Sportwelt ist Kinowelt mit zehn Prozent beteiligt. Die Vorstände der ums Überleben kämpfenden Kinowelt, Michael und Rainer Kölmel, halten die übrigen 90 Prozent am Sportrechte-Vermarkter. Die Sportwelt führt bereits seit einigen Monaten Gespräche mit mehreren potenziellen strategischen Partnern, um den Bedarf an Fremdkapital zu decken, wie Meeske erläuterte. "Die drohende Insolvenz der Kinowelt berührt uns nicht direkt, weil wir ein ganz eigenständiges Geschäftsmodell haben", fügte er hinzu. Die Sportwelt könne ihr operatives Geschäft nahezu vollständig aus der Beteiligung an den Einnahmen der Fußball-Vereine aus den Fernsehrechten finanzieren.

Mehrere Vereine haben sich in der Vergangenheit über schleppende Zahlungen und die Nicht-Einhaltung von Verpflichtungen bei der Sportwelt beschwert. Geschäftsführer Heinrich Brands wies diese Vorwürfe in einem Interview mit dem "Sport-Informations-Dienst" zurück: "Die Sportwelt kommt all ihren Verpflichtungen nach." Das Unternehmen prüfe die Mittelverwendung strenger und poche verstärkt darauf, dass die Summen, die Sportwelt aus den Vermarktungsverträgen zustünden, gezahlt würden. "Wir können nicht die Melkkuh der Profivereine sein", sagte Brands.

Zuletzt hatte der Erstliga-Verein Borussia Mönchengladbach den Vermarktungsvertrag mit Sportwelt gekündigt. Dadurch müsse der Verein dem Unternehmen bis zum 24. Dezember ein Darlehen über 15 Millionen DM plus Zinsen zurückzahlen, sagte Meeske. "Wir sehen eine Chance, dass Mönchengladbach wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt", fügte er aber hinzu.

Dem Filmrechtevermarkter und Kinobetreiber Kinowelt droht die Insolvenz, nachdem die niederländische Bank ABN Amro einen Kredit über 140 Millionen DM bis Mittwoch zurückgefordert hat. Vorstandschef Michael Kölmel hatte mit seinem finanziellen Engagement bei traditionsreichen, aber wenig erfolgreichen Fußballvereinen viel Aufmerksamkeit erregt und Befürchtungen geweckt, der Rechtehändler könnte auch auf das Management der Vereine oder sogar den Spielplan Einfluss nehmen.

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