"Abonnementfernsehen ist generell ein schwieriges Geschäft"
Experte sieht wenig Chancen für Pay-TV

Angesichts eines überbesetzten deutschen Fernsehmarktes sieht TV-Experte Lutz Hachmeister derzeit kaum Chancen für eine positive Entwicklung des Abonnementfernsehens in Deutschland. Hier sei der Markt gefüllt mit einer "wirtschaftlich fragwürdigen Ansammlung von Sendern, die als Vollprogramme von Nachrichten bis Spielfilmen alles anbieten", sagte der Chef des Beratungsunternehmens HMR International in einem Interview.

dpa HAMBURG. "Abonnementfernsehen ist generell ein schwieriges Geschäft und funktioniert nur da, wo es wenig Alternativen bei Sport, hochklassigen Spielfilmen und hartem Sex gibt, im Fernsehen wohlgemerkt. Das ist in Deutschland nachweislich nicht der Fall." Auch Leo Kirch habe mit seinen Free-TV-Sendern wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Notwendigkeit für bezahlte Zusatzangebote weiter verringerte.

"Man kann doch nicht SAT.1, Kabel 1 und ProSieben mit attraktiven Hollywood-Spielfilmen bestücken und gleichzeitig daran glauben, dass man noch mal beim Abonnenten-TV Geld verdient. Wenn man Geld verdienen will, muss man die Regeln des Marktes schon beachten, und das Kirch-Management ist mehrfach darauf hingewiesen worden, dass dies nicht funktionieren kann", sagte Hachmeister, der früher auch Direktor des renommierten Adolf-Grimme-Instituts war.

Wer in Deutschland erfolgreich Pay-TV betreiben wolle, müsse auch die derzeit frei empfangbaren Programme nachhaltig begrenzen. Dies werde eine sehr schwierige Entscheidung für jeden Investor, selbst für Rupert Murdoch, weil es bedeuten würde, dass man wichtige Plätze im Kabelnetz für die Konkurrenz frei mache. "Grundsätzlich glaube ich aber, dass es ziemlich merkwürdig wäre, wenn es in einem entwickelten Fernsehland wie Deutschland kein Pay-TV gäbe."

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