Abrechnung richtet sich nach Datenmenge
Hintergrund: I-Mode hat in Japan Erfolg durch niedrige Gebühren

gil DÜSSELDORF. Der japanische Telekomkonzern NTT Docomo hat seinen internetbasierten Mobilfunkdienst I-Mode Anfang 1999 in Japan eingeführt und bis heute rund 17 Millionen Kunden gewonnen. Daneben gibt es in Japan noch zwei weitere Anbieter von mobilen Datendiensten, die auf jeweils rund vier Millionen Kunden kommen.

Nach Angaben des Berliner Wirtschaftsforschungs-Instituts Berlecon Research GmbH nutzen die Japaner I-Mode vor allem zum Versenden und Empfangen von E-Mails. Die in Deutschland so beliebten Kurzmitteilungen SMS werden in Japan nicht angeboten. Mit Surfen im Internet wird lediglich 24 % der Nutzungszeit verbracht. Sehr beliebt ist das Herunterladen von Klingeltönen, für das allerdings Gebühren verlangt werden.

Der Erfolg von I-Mode beruht nach Ansicht von Berlecon vor allem in der paketweisen Übertragung der Daten und der Abrechnung nach dem Volumen der übertragenen Daten. So kostet das Übertragen einer typischen I-Mode-Seite knapp zwei Pfennig, das Abonnement monatlich 6,50 DM. Es stehen zahlreiche Dienste zum kostenpflichtigen Abruf bereit, der Betreiber Docomo behält lediglich 9 % der Gebühren und reicht den Rest an den Diensteanbieter weiter. Für die Nutzung von I-Mode sind spezielle Handys nötig. Im Gegensatz zu Deutschland wurden in Japan keine falschen Erwartungen über die Möglichkeiten der Datendienste geweckt, wie es, so die Forscher, in Deutschland mit dem Slogan "Surfen mit dem Handy im Internet" gewesen sei.

Ein Dominieren des Marktes durch einen Markteintritt von NTT Docomo in Europa erwarten die Berliner Forscher nicht, da demnächst in Europa paketbasierte Datendienste wie GPRS angeboten würden. In Japan könne NTT als führender Anbieter Druck auf die Handyhersteller ausüben, in Europa sei I-Mode aber nur ein Dienst unter vielen. Auch sei die Abrechnungsmöglichkeit für die angeschlossenen Dienste bisher in Europa noch nicht entwickelt. Damit sei es sehr unwahrscheinlich, dass NTT Docomo über I-Mode den europäischen Markt dominieren werde.

Mehr Informationen zum Thema Mobile Business im Special von Handelsblatt.com

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