Abrechnungen der Vermieter auf verstecktes "Glätten" überprüfen
Automatische Umstellung von Mieten, Krediten, Löhnen

Für die Verbraucher in Deutschland gibt es bei der historischen Währungsumstellung auf den Euro nichts weiter zu tun als entspannt der "neuen" Zahlenwelt entgegen zu sehen.

ap MÜNCHEN. Die Umstellung läuft in nahezu allen Lebensbereichen automatisch ab: Löhne, Gehälter, Renten, Konto, Sparguthaben und auch Schulden werden von Computern spätestens zum Jahreswechsel von Mark centgenau in Euro umgerechnet. Gleiches gilt für Mieten, Versicherungsprämien, Bausparverträge, Kredite, also für alle gültigen Verträge.

Niemand muss in Eigeninitiative etwa Daueraufträge ändern oder neue Einzugsermächtigungen erteilen. Das erledigen die Bankenrechner von allein. Für die Umstellung gelten genau festgelegte amtliche Umrechnungs- und Rundungsregeln. Danach entspricht ein Euro 1,95583 Mark. Erst nach der Umrechnung mit allen fünf Stellen hinter dem Komma ist eine Rundung der Beträge auf zwei Stellen hinter dem Komma erlaubt. Bei einer solchen centgenauen Berechnung wird bei Null bis Vier abgerundet, ab Fünf bis Neun aufgerundet.

Auf diese Weise kann jeder schon jetzt seine "neue" Miete in Euro ausrechnen: Den derzeitigen Markbetrag durch 1,95583 teilen und entsprechend runden. Wer die Miete noch auf altmodische Art per Hand Monat für Monat an seinen Vermieter überweist, muss diese Rechnung ohnehin selbständig machen, wie Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes in Köln betont.

Gleiches gilt für Nebenkostenvorauszahlungen. Mietern mit Lastschriftverfahren rät er, im Januar "sicherheitshalber nochmal nachzurechnen". Wohnungsbesitzer dürfen nämlich die neuen Euro-Beträge nicht glätten, auch wenn sie noch so «krumm» sind. «Beträgt die Miete dann 858,22 Euro darf ein Vermieter nicht einfach 860 oder 870 Euro draus machen», betont Ropertz. Die Euro-Umstellung darf nicht zu einer verkappten Mieterhöhung, Veränderung des Mietvertrags oder gar außerordentlichen Kündigung führen. Zum Umgewöhnen werden Buchungen in den ersten Monaten 2002 ohnehin noch in Mark-Beträgen auf dem Kontoauszug erscheinen.

Dispokreditlinien bleiben unverändert

Grundsätzlich bleiben Verträge auch nach der Währungsumstellung im gleichen Umfang gültig. Kreditverträge oder Versicherungssummen müssen zu unveränderten Konditionen weiter laufen, Zinsen brauchen beispielsweise nicht neu berechnet werden. Selbst der Dispokredit bleibt im einmal vereinbarten Rahmen bestehen. Neue Urkunden in Euro werden automatisch durch den Versicherer ausgestellt, mit dem der Verbraucher den Vertrag einst abgeschlossen hat.

Auch beim bargeldlosen Zahlen ändert sich im neuen Jahr nichts: ec-Karten, Kunden-, Kredit- oder Geldkärtchen bleiben weiterhin gültig. So lange, bis die normale Nutzungsfrist ausläuft. Freistellungsaufträge werden ebenfalls automatisch verändert. Es gelten ab 2002 die folgenden Maximalbeträge: 1.601 Euro für Alleinstehende und 3.202 Euro für Verheiratete inklusive Werbungskostenpauschalen von 51 respektive 102 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%