Absatz bei Dieselmodellen gestiegen
Automarkt trotz März-Aufschwung weiter rückläufig

Deutschlands Autokäufer haben den Fuß weiter auf der Bremse. Die Pkw-Neuanmeldungen liegen im ersten Quartal 7,8 % unter dem Vorjahresniveau, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt mit. Der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) sieht bislang noch keine Trendwende auf dem schwachen Automarkt.

ddp/vwd/rtr FLENSBURG/LEIPZIG. Trotz eines saisonalen Aufschwungs der Neuzulassungen im März (gut 50 % mehr als im Februar) fahren die Pkw-Neuanmeldungen dem Vorjahresniveau weiter um 7,8 % hinterher, wie aus Angaben des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes vom Freitag hervorgeht. Die 356 024 neu in den Verkehr gebrachten Pkw bedeuteten das zweitschlechteste März-Ergebnis der vergangenen zehn Jahre, hieß es.

Die anhaltend schwache Konjunktur am Neuwagenmarkt hat die Zulassungen im ersten Quartal auf 834 416 Personenwagen abrutschen lassen. Das sind 6,7 % weniger als im Vorjahrseszeitraum. In den vergangenen Jahren hatten die Neuanmeldungen bis Ende März die Millionengrenze längst überschritten. Der Anteil der Kunden, die einen verbrauchsärmeren Diesel kaufen, wuchs binnen Jahresfrist von 25 % auf ein Drittel.

Selbst die bevorstehende Zweiradsaison konnte das Konjunkturbild bislang nicht aufhellen. Zwar gab es vom Februar zum März einen Zulassungsschub bei Motorrädern von 112 %, doch hinken die Anmeldungen sogar fast um ein Viertel den Vorjahreszahlen hinter. Für das erste Quartal sind es bei ingesamt 59 600 neu verkauften Maschinen rund 18 % weniger.

Für alle Kraftfahrzeuge gab es im März der Statistik zufolge einen Rückgang zum Vorjahresmonat von 9,3 % auf 424 712 Fahrzeuge. Für die ersten drei Monate summiert sich das Minus damit bei ingesamt 972 317 Fahrzeuganmeldungen auf 7,2 %.

Importeure trotzdem zuversichtlich

Trotz einer momentanen Absatzflaute bei fabrikneuen PKW rechnet der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) im laufenden Jahr insgesamt mit geringfügig mehr Neuzulassungen in Deutschland als im Vorjahr. Er erwarte, dass 2001 rund 3,4 Mill. PKW aus dem In- und Ausland neu angemeldet würden, sagte Verbandspräsident Volker Lange am Freitag im Vorfeld der Leipziger Messe Auto Mobil International. Dies entspräche einem Zuwachs von 0,6 %.

Lange sagte, die Trendwende auf dem Automarkt sei bislang noch nicht da. Er sei trotz der unerwartet schlechten PKW-Neuzulassungsentwicklung in den ersten drei Monaten aber zuversichtlich für das Gesamtjahr, da der Gebrauchtwagenbestand zurückgegangen sei. Auch die zahlreichen neu angekündigten Modelle gäben Anlass zu Hoffnung. Problematisch sei allerdings die ständig steigende finanzielle Belastung der Autofahrer. "Bei höheren Benzinpreisen werden weniger Neuwagen gekauft", sagte Lange. Er forderte die Bundesregierung auf, deshalb die nächste Stufe der Ökosteuer nicht einzuführen.

Dieselmodelle voll im Trend

Lange sagte zudem, weiter voll im Trend lägen in der Gunst der Käufer Dieselmodelle. Während zu Jahresbeginn insgesamt deutlich weniger neue PKW verkauft wurden als im Jahr zuvor, seien gleichzeitig 20 % mehr Dieselmodelle abgesetzt worden. Weiter hoch ist der Anteil der Importmarken auf deutschen Straßen. Deutschlandweit liege er bei PKW aktuell bei rund einem Drittel. In den neuen Ländern sei sogar fast jedes zweite Auto ein ausländisches Modell.

Unabhängig davon sind Käufer im Osten nach den Angaben zunehmend bereit, mehr für ihr neues Auto auszugeben. Die Entwicklung der Neuwagenpreise in den letzten Jahren zeige eine deutliche Angleichung zwischen Ost und West, sagte Lange. Im vergangenen Jahr gaben die Neuwagenkäufer im Westen demnach 39 900 und im Osten 34 900 DM aus. 1991 gaben die Westdeutschen durchschnittlich 31 900 DM aus, während die Ostdeutschen lediglich 20 500 DM und damit ein Drittel weniger in ein neues Auto investierten. Lange sagte, der Verband erwarte von der Leipziger Automesse erneut positive Impulse. Die Messe ist vom Samstag bis Sonntag kommender Woche (29. April) geöffnet. 420 Aussteller aus 20 Ländern präsentieren ihre Neuheiten. Insgesamt werde nach Angaben der Messe 49 Europa-, Deutschland- und Messepremieren gezeigt. Erstmals als Aussteller dabei ist demnach die Firma Jaguar, die als Deutschlandpremiere den X-Type vorstellt.

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