Absatz steigt stärker als der Umsatz – Druck auf die Marge – Mini erfolgreich
BMW fährt weiter im sechsten Gang

Der Münchener Autokonzern BMW hat im ersten Quartal einen Blitzstart hingelegt und die meisten Prognosen übertroffen. Mit Hilfe des Minis will das Unternehmen 2002 erstmals gut eine Million Autos verkaufen.

mwb MÜNCHEN. Der bayerische Autokonzern sprüht derzeit nur so vor Tatendrang. Der Spatenstich für das neue BMW-Werk am Dienstag in Leipzig hat da mehr als Symbolkraft. "Wir schaffen Kapazitäten für unsere Produkt-Offensive", sagte der scheidende BMW-Chef Joachim Milberg, der aus Gesundheitsgründen nächste Woche auf der Hauptversammlung Platz für seinen Nachfolger Helmut Panke macht. Bis 2005 investiert BMW 1,3 Mrd. Euro in Sachsen. Der Auto-Konzern fährt seit dem Ende der Rover-Krise auf hohen Touren. Und geht es nach dem Management, bleibt das Tempo unverändert hoch.

Im ersten Quartal gelang bereits ein Blitzstart, während Konkurrenten wie vor allem VW aber auch Daimler-Chrysler in den ersten drei Monaten wesentlich schwerer in die Gänge kamen. BMW steigerte in den ersten drei Monaten den Umsatz um 14 % auf 10,7 Mrd. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Absatz mit insgesamt 260 462 Fahrzeugen um 17,4 %. Damit wächst BMW weiter gegen den allgemein rückläufigen Trend in der Branche. Mit 27 691 ausgelieferten Fahrzeugen hat der Mini überproportional zu diesem Wachstum beigetragen.

Analysten sehen darin allerdings auch den ersten Ansatz für Kritik. Der stärker als der Umsatz gestiegene Absatz zeige, dass auch BMW vor allem durch den Mini Druck auf die Margen zu spüren bekomme. "Mit dem Mini kann BMW kein oder nur wenig Geld verdienen", sagte Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Das Management von BMW behauptet bislang immer das Gegenteil, ohne konkrete Margenzahlen zu nennen. Dennoch hält Pieper BMW insgesamt für stark aufgestellt. Neuen Projekten wie dem 6er-Coupé und dem kleineren Geländewagen X 3 räumt er gute Chancen ein. Ein großes Fragezeichen setzt er allerdings hinter die Pläne des Konzerns, nach dem Mini mit dem 1er-Modell noch weiter in das untere Segment vorzustoßen. Auch Konkurrent Mercedes habe mit der A-Klasse und dem Smart letztlich die Margen des gesamten Unternehmens nach unten gezogen. Auch der A2 von Audi gilt in der Branche wirtschaftlich als Flop.

Der künftige BMW-Chef Helmut Panke rechnet damit, dass der Konzern das Wachstumstempo des ersten Quartals fortsetzt. "Wir gehen davon aus, dass wir das in der gleichen Größenordnung beibehalten", sagte Panke in Leipzig. Insgesamt will BMW in diesem Jahr erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen.

Die BMW-Aktie blieb gestern in schwierigem Marktumfeld nahezu unverändert. Die meisten Analysten trauen BMW zu, sich besser als der Markt zu schlagen. Zufrieden zeigte sich Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank mit dem Ausblick für das laufende Jahr, mit dem BMW bisherige Äußerungen zwar bekräftigt, nicht aber konkretisiert. Im Vergleich zur Konkurrenz sei BMW mit seiner Prognose bereits "relativ offensiv". "Und sie sind auf gutem Weg", fügte Stürzer hinzu.

Im Konzern lag das Quartalsergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wegen eines Sondereffekts mit 1,011 Mrd. Euro um 1,8 % unter dem des Vorjahreszeitraumes. Im ersten Quartal 2001 waren Sondereinnahmen aus Grundstücksverkäufen angefallen. Bereinigt um diesen Effekt ist das Ergebnis um 5,9 % gewachsen. Der Überschuss stieg auf 632 (Vorjahr: 609) Mill. Euro.

Die wegen ihres Designs in Deutschland umstrittene neue 7er-Reihe erfüllt nach Angaben von BMW ihre hohen Erwartungen. Im ersten Quartal seien 11 461 Fahrzeuge der 7er-Reihe ausgeliefert worden, darunter noch 1 436 vom Vorgängermodell. Fünf Monate nach Start übertreffe das neue Flaggschiff deutlich die Zahlen des Vorgängermodells in der frühen Phase des Produktlebenszyklus. Die Differenz nannte BMW nicht. Insgesamt will BMW in diesem Jahr rund 49 000 Fahrzeuge der Top-Reihe verkaufen. Im Gegensatz zu Deutschland ist das Fahrzeug vor allem auf dem US-Markt erfolgreich, wo die gesamte Marke BMW derzeit ein Renner beim kaufkräftigen Publikum ist und keine Konjunkturempfindlichkeit zeigt. In den ersten drei Monaten gelang dort eine Absatzsteigerung um 16,3 %. BMW verkaufte im vergangenen Jahr knapp ein Drittel seiner Fahrzeuge in Nordamerika.

Quelle: Handelsblatt

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